Giraffenjunge „Nabil“ in der Wilhelma geboren

Foto: Wilhelma / Th. Hörner

Er wurde Ende Mai geboren, ist bildhübsch und noch ein wenig schüchtern: Nabil, der jüngste
Nachwuchs in der Giraffenherde der Wilhelma. Inzwischen ist er jedoch mit Mama Kiburi im
Vorgehege zu sehen, und bald wird er auch gemeinsam mit seiner älteren Halbschwester Anna
und deren Mutter Kitale durchs große Freigehege streifen.
„Nabil“ – dieser Name klingt fast wie das bei uns gebräuchliche Wort „nobel“, das aus dem
Französischen stammt. Und tatsächlich bedeutet es auch in der afrikanischen Sprache aus der
Heimat der Netzgiraffen so viel wie „edel“. Ein durchaus passender Name jedenfalls für den
gutgewachsenen kleinen Bullen, der am 30. Mai auf giraffentypische Weise zwar nicht vom Himmel
aber immerhin aus über zwei Metern Höhe fiel, weil Giraffenkühe im Stehen gebären. Bei der Geburt
war Nabil mit rund 1,60 Metern Höhe und geschätzten 60 Kilogramm – ausgewachsene Netzgiraffen
werden bis 5,5 Meter groß und 900 Kilo schwer – dabei etwas kleiner und leichter als seine
Halbschwester Anna, als diese Mitte Februar 2013 auf die Welt kam. Auch im Wesen unterscheiden
sich die beiden: Während Anna eher dem frechen „Hallo-hier-bin-ich-Typ“ entspricht und von Anfang
an neugierig und unerschrocken die Welt eroberte, hält sich Nabil bislang vornehm zurück. Das liegt
aber wohl weniger an seinem Namen als am Geschlecht, wie Tierpfleger Matthias Berndt beobachtet
hat: „Unserem Eindruck nach treten weibliche Kälber insgesamt mutiger und forscher auf, während
die Buben eher vorsichtige Mamakinder sind.“
Auch in puncto Bewegungsfreude hat Anna gegenüber dem Halbbruder die Nase vorn, was aber
sicher nicht an dessen schlechterer Grundausstattung liegt, denn lang und kräftig sind Nabils Beine
auch. Abgesehen davon ist eine gewisse Faulheit – oder nennen wir es „Energiesparprogramm“ – bei
Giraffenkälbern sogar gesund. Auch in der Wildnis sieht man sie nicht wie andere Tierkinder ständig
herumtollen, sondern eher gemessenen Schrittes hinter ihren Müttern herschreiten oder im Schatten
herumstehen. Gerade in der Savanne brauchen die Kälber jede Kalorie, um möglichst schnell zu
wachsen und damit als Appetithappen für Löwen, Hyänen und Co. uninteressant zu werden. Und sie
brauchen wachsame, wehrhafte Giraffenmütter –- was diese deshalb in hohem Maße von Natur aus
sind, sogar im sicheren Zoo. Schon deshalb darf jede Giraffenmutter mit ihrem Neugeborenen in der
Wilhelma mindestens eine Woche lang ein ungestörtes Mutter-Kind-Dasein im vorübergehend
geschlossenen Giraffenhaus führen. Danach ist ihre Bindung ausreichend gefestigt und selbst die
fürsorgliche Kiburi soweit entspannt, dass das Publikum nicht länger draußen bleiben muss. Jetzt,
über drei Wochen nach Nabils Geburt, wird es zudem nicht mehr lange dauern, bis er und Kiburi
zusammen mit Anna und Kitale ins große Freigehege gelassen werden. Um die Mütter vor
männlichen Annäherungsversuchen zu schützen, bleiben der Vater der Kälber, der 13-jährige Bulle
Hanck, sowie die beiden Halbstarken Casper und Malik dann jedoch im Vorgehege – und dürfen die
Außenanlage in nächster Zeit nur im Wechsel mit den Kühen und ihrem Nachwuchs nutzen.

Quelle: PM Wilhelma