Giraffennachwuchs im Zoo Osnabrück

Giraffenjungbulle Dayo und Mutter Ursula - Foto: Zoo Osnabrück/Lisa Josef

Giraffenjungbulle Dayo und Mutter Ursula – Foto: Zoo Osnabrück/Lisa Josef

Noch etwas müde und wackelig auf den Beinen ist das neue Familienmitglied im Giraffenhaus im Zoo Osnabrück. Dayo heißt der Giraffenjungbulle, der am vergangenen Sonntag auf die Welt kam.

„Am Sonntagabend um halb sechs setzten die Wehen ein. Mutter Ursula ist sehr erfahren – sie ließ sich Zeit, fraß und entspannte zwischendurch“, berichtete Giraffenrevierleiterin Petra Kunze. Dayo ist das achte Jungtier von Netzgiraffe Ursula und das insgesamt 14. Jungtier im Zoo Osnabrück. Um 19:40 Uhr purzelte Dayo mit den Vorderbeinen voran auf den mit Stroh ausgelegten Boden. Giraffen gebären im Stehen und die Jungtiere fallen aus etwa zwei Metern Höhe auf den Boden. Die Tierpfleger trennten das Muttertier zunächst ab, damit Zoodirektor und Tierarzt Prof. Michael Böer Dayo untersuchen konnte: Er kontrollierte und desinfizierte den Nabel, befreite die Nasenöffnungen von Resten der Fruchthülle und verabreichte dem Neugeborenen eine Vitamin E-Selen-Injektion zur Stabilisierung des Muskelstoffwechsels. Um 20:15 Uhr stand Dayo bereits auf seinen langen Beinen, eine halbe Stunde später fand er auch das Euter seiner Mutter und begann zu trinken. Damit konnten auch die Zoomitarbeiter in den wohlverdienten Feierabend gehen.

Dayo bedeutet „Freude kommt“
Inzwischen steht Dayo schon etwas fester auf seinen Beinen: „Er schläft jedoch noch sehr viel, gestern ist er fast im Stehen eingeschlafen. Er scheint wohl ein ruhiger Zeitgenosse zu sein, wie seine Mutter“, vermutet Kunze. „Aber er wird bestimmt noch neugieriger – das kommt mit der Zeit.“ Vormittags gegen 11 Uhr hat der Giraffenjungbulle meistens eine aktive Phase. Dann wechselt er mit seiner Mutter im Innenstall vom separaten Mutter-Kind-Bereich in den großen Stall direkt am Besucherraum, damit die Tierpfleger sauber machen können.

Noch im Giraffenhaus zu sehen
Momentan gibt es für Dayo nur Muttermilch, doch schon in den nächsten Tagen werden die Tierpfleger ihm frische Luzerne anbieten. „Mit dem Gras wird er wohl zunächst nur mit der Zunge spielen, aber er wird bald entdecken, dass man es auch essen kann. Ab der fünften Woche reichen wir ihm dann auch Obst und Gemüse“, berichtet Kunze. Zurzeit bleibt das jüngste Familienmitglied mit seiner Mutter noch im Giraffenhaus, wenn die übrigen vier Artgenossen ins Außengehege gehen. Doch schon bald soll er mit Mutter Ursula zumindest in den Vorhof: „Der feste Boden ist gut für die Entwicklung seiner Gelenke. Außerdem muss sich der Knorpel um seine Hufe abreiben. Der Knorpel ist zum Schutz der Mutter da, damit sie bei der Geburt nicht verletzt wird“, erklärt die erfahrene Tierpflegerin. Je nachdem wie gut Dayo bei seiner Mutter mitläuft und wie sicher er auf seinen langen Beinen unterwegs ist, wird er dann in drei bis vier Wochen erstmals die Außenanlage – zunächst nur mit Ursula – erkunden. Im nächsten Schritt dürfen dann alle Giraffen gemeinsam auf die Anlage, bevor Dayo anschließend den übrigen Tieren, Antilopen oder Vogelstraußen, begegnen wird.

Zur Giraffenfamilie gehören neben Mutter Ursula (16 J.) und Dayo noch Giraffenbulle Edgar (16 J.), Giraffenkühe Manja (5 J.) und Nanji (4 J.) sowie Jungbulle Dziko (2 J.). Dziko ist Dayos großer Bruder, allerdings muss er sich noch an seine neue Rolle gewöhnen: Dziko ist nämlich nicht begeistert, dass er nun nicht mehr zu Mutter Ursula darf.

Quelle: PM Zoo Osnabrück