Gorillababy Milele erblickt das Licht der Welt in der Wilhelma

Foto: Wilhelma Stuttgart

Am Sonntagmorgen des 26. Februar hat in der Wilhelma das 32. Stuttgarter Gorillababy das Licht der Welt erblickt – ein Mädchen. Die Tierpfleger tauften es „Milele“, was auf Suaheli soviel heißt wie „für immer“. Seine frisch gebackene Mutter ist die 18-jährige Gorillafrau Mutasi. Und die scheint eine Vorliebe für Sonntagskinder zu haben: Auch Mileles dreijährige Schwester Mawenzi kam vor drei Jahren an einem Sonntag zur Welt.
Kaum mehr als eine Woche ist es alt und sieht schon perfekt frisiert aus, mit seinem Mittelscheitel im auffällig langen Kopfhaar: das Gorillamädchen Milele. Vor allem aber wirkt es putzmunter und gesund, trinkt viel und schaut auch sonst sehr zufrieden aus seinen großen, dunklen Augen. Mit Recht, denn Mutasi – mit nunmehr drei Kindern eine erfahrene

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Mutter – kümmert sich vorbildlich um ihre Jüngste. Dabei klappte das Zusammenspiel zwischen den beiden von Beginn an wie am Schnürchen: Nach der Geburt und einem kleinen Vollwaschgang mithilfe der Zunge nahm Mutasi sich ihr Baby zur Brust, dieses begann brav zu nuckeln – und lässt sich seither von der Mama herumtragen, den Körper pflegen und nach Strich und Faden verwöhnen. Obwohl Mutasi nicht zu den Müttern gehört, die ihre Kinder übermäßig lange und intensiv „pampern“, so ist es für ihre dreijährige Tochter Mawenzi derzeit trotzdem nicht ganz leicht, zurückstecken und zuschauen zu müssen, wie das neue Nesthäkchen das Alleinrecht auf Mutters Milchvorräte und Arme genießt. Andererseits findet Mawenzi die kleine Konkurrentin ja selbst durchaus spannend. Und das ist gut so, denn für die Dreijährige ist die neue Situation ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden: Von Mutasi und Milele lernt sie vieles, was sie später selbst als Mutter über Geburt, Pflege und Erziehung wissen sollte.
Wie Milele und Mawenzi sowie deren achtjährige Schwester Shira, die mittlerweile in Frankfurt lebt und dort schon erfolgreich den Silberrücken Viatu erobert hat, so ist auch Mutter Mutasi eine waschechte Stuttgarterin: Sie wurde 1994 geboren, als Tochter des früheren Silberrückens Banjo und der heute etwa 50-jährigen Mimi – die Stammesälteste ist elffache Mutter, 17-fache Groß- und 15-fache Urgroßmutter und hat auch bereits einen Ururenkel! Ebenfalls zum Clan gehören die Frauen Kolo und Undi sowie Kolos dreijähriger Sohn Kimbali; unangefochtenes Oberhaupt der Familie ist Silberrücken Kibo. Somit leben – und das ist das Schöne an der Gorillafamilie der Wilhelma – drei Generationen unter einem Dach. Außerdem versuchen die Zoologen und Pfleger derzeit, die rund zweieinhalbjährige Waise Claudia vorsichtig in die Familie zu integrieren. Ein Geduldspiel, denn alles hängt davon ab, ob Kibo das Gorillamädchen tolerieren wird. Bei ersten Kontakten durchs Gitter und im separaten Gehege schien er sie zwar zu mögen. Aber das heißt noch lange nicht, dass er den kleinen Fremdling als vollwertiges Mitglied in seinem Clan haben will. Damit die Eingewöhnung unter sorgfältiger Beobachtung und mit der nötigen Ruhe erfolgen kann, ist der Bereich direkt vor dem Gorillagehege unter der Woche derzeit vormittags für Besucher gesperrt. Doch täglich ab 13.30 Uhr – Fütterungszeit! – und am Wochenende gibt es genügend Gelegenheiten, die Familie, das neue Baby sowie die verschiedenen Facetten des Zusammenlebens im Gorillaclan live zu erleben.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart