Gorillas in der Wilhelma bekommen Eichenstämme

Foto: Wilhelma

Die Ende Januar im Forstrevier Sauhag bei Unterensingen geschlagenen Eichenstämme, die schon damals für das neue Gorilla-Außengehege ausgewählt wurden, sind heute mit einem Schwerlastkran an ihren neuen Stammplatz in der entstehenden Anlage für afrikanische Menschenaffen „eingeflogen“ worden: drei bis zu 15 Meter lange knorrige Stämme mitsamt einigen Aststümpfen und Zweigen, jeweils knapp zwei, drei und vier Tonnen schwer.
Die Platzierung der Stämme war Maßarbeit im Zusammenspiel zwischen Kranführern, Helfern der Spezialfirma und Mitarbeitern der Wilhelma: Einer der Eichenkolosse liegt jetzt quer über dem Bachlauf wie eine Brücke, der zweite wurde aufrecht in einen zwei Meter tiefen Betonschacht versenkt, darin verkeilt und mit mineralischem Beton eingegossen, und ein dritter Stamm zwischen diesen beiden platziert. Die Stämme und ihre Lage müssen hohen statischen Anforderungen genügen, schließlich sollen sie später nicht nur als Zierde dienen. Vielmehr sollen die bis zu 270 Kilo schweren Gorillas sie aktiv nutzen können, darauf klettern, balancieren oder einfach sitzen. Die Eichenstämme kommen also dem Bewegungs- und Beschäftigungsbedürfnis der Tiere entgegen und runden das künftige Freiluftangebot aus Gras, Kräutern, Büschen, schattigen Bäumen, Bachläufen und Planschbecken ab. Obwohl bei den Gorillas, im Gegensatz zu den Bonobos im Nachbargehege, fast nur die Jungtiere echte Klettermaxen sind, so nutzen doch auch erwachsene Tiere erhöhte Sitzplätze gerne als Aussichtsplattformen. Und für diese Aufgabe kamen letztlich nur Eichen in Frage, da ihr Holz am stabilsten ist. Nicht als Klettergelegenheit zur Verfügung stehen dagegen die bereits in der Anlage wachsenden lebenden Eichen. Damit diese auch weiterhin überleben, werden sie durch Elektrozäune geschützt – sonst würden bald ihre Rinden und damit wichtige Versorgungsadern leiden. In Besitz nehmen können die Tiere ihre neuen Kletterbäume wohl frühestens im April, der genaue Zeitpunkt der Eröffnung ist noch offen, derzeit wird ein Termin noch vor Pfingsten angestrebt.

Quelle: PM Wilhelma