Große Impfaktion im Zoo Basel

Ein junger Gepard wird geimpft – Foto: Zoo Basel

Auch Zootiere werden geimpft
Haustiere müssen wie wir Menschen regelmässig zum Impfen antreten. Solche Schutzimpfungen gegen ansteckende Krankheiten wären auch bei Zootieren wünschenswert. Ganz so einfach ist dies aber nicht, denn für exotische Tierarten stehen in der Regel keine kommerziellen Impfpräparate zur Verfügung. Der Zootierarzt verwendet deshalb Impfstoffe aus der Haustiermedizin für Hund, Katze, Pferd und Schwein oder lässt die Impfstoffe eigens für bestimmte Tierarten herstellen.

Eine eigentliche Impfsaison gibt es im Zoo nicht. Menschenaffen sind zwar für die Grippe, die auch uns Menschen befällt, anfällig, das Risiko, dass sie sich anstecken, ist aber sehr gering. Wildhunde, Geparde, Wölfe und Schneeleoparden hingegen haben bereits als Welpen mit acht bis zwölf Wochen ihren ersten Impftermin: Keine einfache Aufgabe für den Zootierarzt, denn freiwillig lassen ihn die Wildhund- und Geparden-Eltern nicht an ihren Nachwuchs heran.

Spritze per Blasrohr
Nachdem die Raubtiereltern mit Futter von den Jungen weggelockt und abgetrennt worden sind, muss der Tierarzt in den engen Wolfs- oder Wildhund-Bau kriechen. Zimperlich darf man dabei nicht sein, denn bis die Spritze verabreicht ist, können die Kleinen recht heftig beissen und kratzen. Jedes Jahr ist eine Wiederholungsimpfung nötig. Auch dies lässt sich ein Raubtier nicht einfach so gefallen, weshalb der Tierarzt die Dosis dann mit einer Spritze, die wie ein Pfeil mit dem Blasrohr abgeschossen wird, verabreicht.

Medikamente für Heimtiere
Impfungen aus der Heimtiermedizin schützen vor Krankheiten wie Staupe, Tollwut, Herpes oder unbekanntere Erreger, wie das Calici- und das Parvovirus. Katzenimpfstoffe lassen sich bei Löwen, Geparden und Schneeleoparden anwenden, Hundeimpfstoffe bei Wölfen und Afrikanischen Wildhunden. Zebras und Somali-Wildesel werden mit einer Tetanus-Impfung (Starrkrampf) für Pferde versorgt und die Wildschweine mit einer Impfung für Hausschweine.

Massgeschneiderte Impfungen
Nicht immer kann der Tierarzt auf Produkte aus der Heimtiermedizin zurückgreifen. Dann müssen eigens sogenannte „stallspezifische Vakzine“ hergestellt werden. So bekommen die Klammeraffen im Zoo Basel jedes Jahr eine stallspezifische Vakzine gegen eine Yersinien-Darminfektion. Erkannt wurde der Erreger, nachdem ein Klammeraffe 2007 an der Krankheit gestorben war. Der über 30-köpfige Schwarm der Breitbinden-Allfarblori und die Okapis werden mit eigens für sie hergestellten Impfstoffen gegen eine infektiöse Darmerkrankung geimpft, bei der sich gesundheitsschädliche Stoffe im Körper ausbreiten können.
Wildtiere sind auch im Freiland vielen Infektionskrankheiten ausgesetzt, auch jenen, gegen welche im Zoo Schutzimpfungen verwendet werden. In der natürlichen Umgebung ist die Tierdichte jedoch weniger gross als in einem Zoo und das Ansteckungsrisiko deshalb kleiner. Trotzdem kommt es in der Natur immer wieder zu Ausbrüchen von Seuchen mit vielen kranken und toten Wildtieren.

Quelle: PM Zoo Basel