Großes „Tierezählen“ im Zoo Dresden

Koala Iraga wurde 2013 in Dresden zum ersten Mal erfasst – Foto: Zoo Dresden

Leistenkrokodil Max war wohl der Meinung er hätte in den 56 Jahren, in denen er den Dresdner Zoo bewohnt schon genug Inventuren mit gemacht und entzog sich gekonnt allen Versuchen in zu vermessen. Auch ein Vermessungsbüro, das extra mit professionellen Vermessungsgeräten anrückte, ließ Max umsonst kommen. Da er nicht aus dem Wasser kam, konnten selbst die Profis seine aktuelle Länge nicht feststellen.
Andere Bewohner des Prof.Brandes-Haus waren da etwas kooperativer, die beiden Koala-Geschwister, die erst 2013 aus dem Zoo Duisburg gekommen waren, ließen sich ohne murren wiegen und messen. Aber nicht nur für die beiden Koalas war es die erste Bestandsaufnahme in Dresden. Auch das Goldtakinweibchen das mit seinem doppelten Nachwuchs eingezogen war, wurde das erste Mal mitgezählt. Etwas weniger spektakulär, aber dennoch sehr erwähnenswert ist das Pärchen der äußerst seltenen Fidschileguane, welches hoffentlich auch bald mit Nachwuchs aufwarten kann, das neu im Zoo ist.
Man erhofft sich jedoch nicht nur von den Neulingen Nachwuchs. Für manche der ansässigen, tierischen Junggesellen wurde extra ein Partner besorgt. Hierbei sticht sicherlich der männliche Riesensalamander hervor, mit dem der Zoo einen der seltenen, europäischen Zuchterfolge anstrebt. Aber auch Schmutz- und Gänsegeier, die sich zusammen mit anderen Greifvögeln die große Voliere teilen, wurden durch Männchen ergänzt.
Nicht immer müssen Tiere aus der Ferne geholt werden, denn in Dresden konnte man sich 2013 wieder über viel Nachwuchs freuen. Ganze vier Nyala-Antilopen erblickten im letzten Jahr in Dresden das Licht der Welt und auch die Riesenkängurus kann man mit drei Jungtieren durchaus als fleißig bezeichnen. Dazu kommt noch das Faultierbaby, das sich im Prof.Brandes-Haus an seine Mutter klammert und sich wachsender Beliebtheit bei Besuchern und Pflegern erfreut.
So kam man letztendlich auf die nüchtern klingenden Zahlen von 67 Säugetierarten, 108 Vogelarten, 34 Reptilienarten und insgesamt etwa 285 Arten.
Neben den Tieren waren aber auch die Handwerker in Sachens Hauptstadt aktiv. Besonders stolz ist man auf die neue Anlage für die Kleinen Pandas, aber auch die neue Urson-Anlage und die renovierte Tundra-Anlage sind gut gelungen.
Doch kaum sind die letzten Zahlen aufgeschrieben und die letzten Daten ausgewertet, denkt man in der Führung des Zoos schon wieder an die Zukunft. Sollte alles wie geplant funktionieren, wird man in Dresden bald ein Pärchen Sekretäre bewundern können. Diese langbeinigen, afrikanischen Greifvögel kann man in Deutschland ansonsten nur noch in fünf anderen Zoos bewundern. Aber auch weitere Junggesellen sollen in 2014 unter die Haube gebracht werden, denn man möchte gerne einen weiblichen Koala und wieder ein Schneeleopardenweibchen bekommen. Auch das Baugewerbe darf sich freuen, denn gebaut wird auch wieder: u.a. soll ein neues Pelikan-Winterhaus entstehen.
Es steht also wieder ein ereignisreiches Jahr im Zoo Dresden bevor und wer weiss, vielleicht ist dann auch Leistenkrokodil Max bereit sich vermessen zu lassen…

M.Schmid/zoogast.de