Haus des Meeres: Krokodilschwanzhöckerechse in die „Rote Liste“ aufgenommen

Krokodilschwanzhöckerechse - Foto: Haus des Meeres/GüntherHulla

Krokodilschwanzhöckerechse – Foto: Haus des Meeres/GüntherHulla

Krokodilschwanzhöckerechse in die „Rote Liste“ aufgenommen

Die Krokodilschwanzhöckerechse (Shinisaurus crocodilurus) wurde in ihrer Heimat durch den Fang für den Heimtierhandel, besonders jedoch für den menschlichen Verzehr und als Heilmittel in der traditionellen Medizin an den Rand der Ausrottung gebracht. Früheren Untersuchungen zufolge betrug ihre Zahl im Jahr 1978 in China lediglich 6000 Exemplare. Neuere Studien aus dem Jahr 2008 ergaben eine Individuenzahl von nur mehr 950 Tieren!

Neben ersten Überlegungen zur Erhaltungszucht der Tiere in ihrer Heimat und der Einrichtung dafür nötiger Schutzzonen ist schnelles Handeln für den Fortbestand der Art auch innerhalb der Zoogemeinschaft nötig. Seit einiger Zeit vermehren sich hier im Haus des Meeres in Wien die Krokodilschwanzhöckerechsen sehr erfolgreich, sodass wir zahlreiche Jungtiere an andere Zoos in Europa abgeben konnten, wo die ersten bereits wiederum für Nachwuchs sorgen. In diesen Tagen ziehen die letzten zwei Tiere aus dem aktuellen Wurf (diese Echse bringt fertig entwickelte Junge zur Welt!) nach London um und auch die Babies des kommenden Wurfes werden schon wieder sehnsüchtig erwartet.

Als Zoo liegt eine unserer Hauptaufgaben darin, der Öffentlichkeit sowohl bekannte als auch fremdartige Tiere und deren Lebensräume in all ihren Facetten näher zu bringen sowie auf Probleme und Missstände aufmerksam zu machen. Nur was der Mensch kennt, wird er auch schützen. Als wissenschaftliche Institution ist es aber auch unsere Pflicht, das Wissen um diese Tiere zu vermehren, ganz besonders, wenn es darum geht, stark vom Aussterben bedrohte Arten nachzuzüchten und zu erhalten. Unsere Zuchttiere können die Besucher in den Chamäleonterrarien bewundern.

Unseren Krokodilschwanzhöckerechsen wird also eine zweifelhafte Ehre zuteil. Die eigentümliche Echse wurde nun nach akribischen Forschungsarbeiten über den Bestand in ihren sehr begrenzten Verbreitungsgebieten in China und Vietnam als bedroht in der internationalen „Roten Liste“ der gefährdeten Tierarten eingestuft. Diese Liste wird von der Weltnaturschutzorganisation IUCN in regelmäßigen Abständen herausgegeben und dient als Auskunft über den Gefährdungsstatus von bisher über 70.000 untersuchten Tier- und Pflanzenarten. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass davon ein Drittel als gefährdet bewertet werden musste. Da jedoch nur ein Bruchteil der bekannten Arten ausreichend untersucht wurde, um eine Aussage über ihren Gefährdungsstatus zu treffen, liegt die Zahl der tatsächlich bedrohten Arten wohl weitaus höher. Man geht davon aus, dass jährlich mehrere tausend Arten unwiederbringlich von unserem Planeten verschwinden!

Quelle: PM Haus des Meeres