Hellabrunn freut sich über Zuwachs bei den eleganten Star-Turnern, den Silbergibbons

Foto: Hellabrunn

Mama Silbergibbon schwingt sich von Ast zu Ast, an Bord ein kleines Päckchen. Wer sich wohl hinter dem Knäuel versteckt? Lange, dünne Ärmchen und ein zierlicher Kopf spitzen vorwitzig hinaus: Das Hellabrunner Silbergibbon-Baby entdeckt die Welt!
Es kam am 19.8.2012 nach einer Tragzeit von sieben Monaten zur Welt und begeistert nun – gut behütet von Mutter Pangrango (15 Jahre) – die Besucher von Hellabrunn. Silbergibbon-Papa Peter (24 Jahre), Mutter Pangrango, Sohn Flip (7), die beiden Töchter Isabell (4) und Kim (2) freuen sich sichtlich über das Nesthäkchen. Die Kinder turnen behände um Mama und Baby herum. Doch ob sie es mit einem Brüderchen oder Schwesterchen zu tun haben, wissen weder sie noch die Tierpfleger: Aus seinem Geschlecht macht das Kleine bisher noch ein Geheimnis.
„Die Münchener Silbergibbons sind etwas ganz Besonderes, denn in ganz Deutschland finden Sie diese stark bedrohte Primatenart nur im Tierpark Hellabrunn. Mit der Geburt des vierten Babys besteht die Münchener Familie nun sogar aus sechs Mitgliedern. Uns kommt damit eine bedeutende Rolle bei der Zucht zu und wir leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz der Silbergibbons. Das macht uns sehr stolz“, sagt dazu Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.
Silbergibbons leben in freier Wildbahn nur auf der indonesischen Insel Java. Sie gehören zu den bedrohtesten Primaten und werden als stark gefährdete Tierart auf der Roten Liste des IUCN (International Union for Conservation of Nature) geführt. Ihre Zahl wird auf unter 2000 weltweit geschätzt. Ihre Besonderheit sind die Arme, die zweieinhalbmal so lang werden können wie der Rumpf. Ihre Arme und die sogenannte Schwinghangel-Technik erlauben es ihnen, mit traumhafter Sicherheit Entfernungen im Geäst von bis zu zehn Metern zu überwinden. Charakteristisch für die Silbergibbons ist auch, wie für alle Gibbon-Arten, ihr recht lautstarker Gesang, der zur Markierung ihres Territoriums dient.
Hat sich ein Silbergibbon-Paar einmal gefunden, bleibt es ein Leben lang zusammen und lebt monogam in einer Familiengruppe mit den noch nicht geschlechtsreifen Nachkommen. Vorbildlich zeigen sich Peter und Pangrango, wenn es um die „Kinderbetreuung“ geht. Beide Elternteile kümmern sich gleichberechtigt um den Nachwuchs. Das Silbergibbonbaby, das noch kaum Fell hat, wird von seiner Mutter gesäugt. Mit wenigen Wochen beginnt das Jungtier, bereits feste Nahrung zu testen. Silbergibbons sind Vegetarier und fressen vor allem Obst, Gemüse, Salat oder Laubwerk. Erst wenn die Jungtiere geschlechtsreif werden, verstößt der Vater den Sohn und die Mutter die Tochter. In menschlicher Obhut können Silbergibbons bis zu 50 Jahre alt werden.

Quelle: PM Hellabrunn, München