Hellabrunn freut sich über seltenen Drill-Nachwuchs

Foto: Tierpark Hellabrunn / Marc Müller

Foto: Tierpark Hellabrunn / Marc Müller

Ein bisschen Versteckspielen an Mamas Bauch, ein paar Schritte alleine, dann schnell wieder an die Brust und Energie tanken: Bei den Drills begeistert ein aufgewecktes Jungtier die Tierpark-Besucher. Frech sieht es aus, das kleine Affenbaby mit seinen abstehenden Ohren und den zu Berge stehenden Haaren.

Knapp einen Monat ist er alt, der jüngste Drill im Münchner Tierpark. Der kerngesunde und muntere Drill-Junge kam am 24. Juni zur Welt. Kaduna, die zehnjährige Mutter des kleinen Drills mit dem rosa Gesicht und den großen Augen, ist mittlerweile sehr erfahren im Umgang mit Nachwuchs, denn dies ist bereits ihr drittes Baby. Vater ist das zwölfjährige Drill-Männchen Bakut. Nach Nepomuk, geboren am 8. Mai 2013, kam am 11. September 2014 Oneto zur Welt, dann vor rund vier Wochen das dritte Brüderchen. Mittlerweile besteht die Hellabrunner Drill-Gruppe aus sieben Mitgliedern: Bakut, Kaduna, Afi, Nepumuk, Napongo, Oneto und dem jüngsten Spross.

Der Kleinste trägt, nachdem das Indiz seines männlichen Geschlechts klar ausgemacht werden konnte, den Namen Pinto. Am liebsten klammert er sich an Mutter Kadunas Bauch. Dort ist es für ihn am sichersten, und zudem ist Mamas Milchbar in unmittelbarer Nähe. Da das Nesthäkchen sehr viel Muttermilch zu sich nimmt, frisst Kaduna zurzeit am liebsten kräftigende Nahrung wie zum Beispiel Bananen und eiweißreiche Pellets. So ein Baby raubt auch Drill-Müttern einiges an Energie und verlangt viel Geduld. Kleine Drills wie Pinto werden bis zu einem Jahr lang gesäugt, probieren aber auch schon im Alter von wenigen Monaten gerne feste Kost. Ausgewachsene Drills fressen in Hellabrunn hauptsächlich Gemüse (Salat, Lauch) und alle Arten von Obst.

Zoodirektor Rasem Baban freut sich über den Nachwuchs: „Innerhalb von nur zwei Jahren sind in Hellabrunn vier Drill-Babys geboren, drei davon sind Nachkommen von Kaduna und Bakut. Auf diese Zuchterfolge sind wir besonders stolz, da die Drills zu den bedrohtesten Affenarten der Welt zählen. Gemeinsam mit seinen Brüdern und den drei erwachsenen Drills lebt der kleine Pinto nun in der Hellabrunner Affenwelt, wo ihm auch eine neu gestaltete Außenanlage mit naturnahen Felswänden und Klettermöglichkeiten, vielen Pflanzen und einem Wasserlauf zur Verfügung steht.“

In Europa leben weniger als 70 Drills in 16 Zoos. Hellabrunn führt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) sowie das Internationale Zuchtbuch (ISB) für die Affenart. Zudem ist der Münchner Tierpark Mitglied im Verein „Rettet den Drill“, der das Projekt „Pandrillus“ in Nigeria und Kamerun unterstützt. Mit der Zucht der Drills und dem Engagement für frei lebende Drills leistet Hellabrunn einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat den Drill in die Rote Liste der weltweit bedrohtesten Arten aufgenommen. In seinem Lebensraum in den tropischen Regenwäldern von Kamerun, Nigeria, Gabun und auf der Insel Bioko wird der Bestand heute nur noch auf etwa 3.500 Tiere geschätzt. Der Lebensraum der Drills ist kleiner als die Schweiz. Auch die fortschreitende Abholzung und die schonungslose Jagd auf diese Affenart tragen zu ihrer starken Gefährdung bei.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn