Hochwasser-Notlage im Tiergarten Bernburg– VDZ und Kölner Zoo helfen!

Foto: 2013 Zoo Halle

Das Wasser ist schon lange zurückgegangen, geblieben sind Dreck und Chaos! Doch die Normalität muss wieder einziehen. In dem vom Hochwasser betroffenen Tiergarten Bernburg werden erst jetzt die Schäden (z.B. an Anlagen) in vollem Maße sichtbar. Um die Tiere wieder adäquat unterbringen zu können, stehen nun die Aufräumarbeiten an. Das Wasser ist verschwunden, doch Lehm und Dreck müssen beseitigt, zerstörte Zäune und vieles mehr wieder aufgebaut werden.
Das durch die starken Niederschläge – momentan kann man sich vielleicht schon gar nicht mehr erinnern – ausgelöste Hochwasser hatte zu schlimmen Überflutungen geführt, in großer Eile mussten Tiere evakuiert werden. Menschen, aber auch Tiere, u.a. im Tiergarten Bernburg, waren den entfesselten Naturgewalten hilflos ausgeliefert!
Als amtierender Präsident des Verbandes Deutscher Zoodirektoren (VDZ), aber auch als Direktor des Kölner Zoos hat Theo Pagel umgehend dafür gesorgt, dass dem Tiergarten unter der Leitung von Andreas Filz geholfen wurde. „Selbstverständlich haben unser Dachverband, aber auch der Kölner Zoo hier geholfen. Wir haben einige tausend € zusammengetragen, die der Tiergarten Bernburg dringend benötigt, damit der Wiederaufbau vorangehen kann. Dem Beispiel sind erfreulicherweise auch andere Zoos gefolgt. In Notzeiten heißt es zusammenstehen.“, so T. Pagel.
Der Biologe Andreas Filz, Leiter des Tiergartens Bernburg, bedankt sich für die vielen Hilfsangebote und Spendengelder, welche flexibel eingesetzt werden sollen. „Unser Dank gilt allen Spendern, aber auch den Helfern sowie den Zoos, welche die Bernburger Tiere aufnahmen.“
Noch bringt ein Traktor Futter in den Tiergarten Bernburg. Das ist zurzeit die sicherste Möglichkeit, den Zoo zu erreichen, erklärt Tierparkchef Andreas Filz: „Wir haben noch Probleme mit umstürzenden Bäumen und auf den Wegen große Ausspülungen. Daher kommen wir schlecht voran, es steht auch noch viel Wasser im Park.“ Andreas Filz und viele seiner Mitarbeiter sind nach wie vor geschockt von dem, was vor zwei Wochen seinen Lauf nahm: Die Saale, die am Zoo vorbei fließt, trat über die Ufer. Der Tiergarten stand plötzlich mitten im reißenden Fluss – die Vorwarnung durch die Hochwasservorhersagezentrale des Landes kam zu spät, wie Andreas Filz erklärt: „Wir sind dieses Jahr böse überrascht worden und ich kann mir vorstellen, dass das auch den Experten so ging. Für uns ist der Wert des Unterpegels Trotha sehr wichtig. Und wenn wir sehen, dass das Wasser in Trotha über alle Grenzen steigt, dann haben wir kaum mehr als 24 Stunden Zeit, zu reagieren.“
24 Stunden – in dieser Zeit konnten in Bernburg etwa 30 Mitarbeiter mit Unterstützung des THWs und der Zoos in Halle und Leipzig 375 Tiere umsetzen oder in Schlauchbooten abtransportieren. Für andere Tiere, wie z.B. die Bären, die im Zoo blieben, wurden Podeste gebaut. „Oft haben sich die Leute gefragt, warum wir nicht manche Tiere noch immobilisiert haben, mit Blasrohren oder Medikamenten. Das war nicht mehr möglich, weil sie schon mitten im Wasser standen, weil sie sich sonst beim Einschlafen ins Wasser abgelegt hätten.“

Quelle: PM Zoo Köln