Im Oregon Zoo beginnt man mit dem Bau einer modernen Elefantenanlage

Zoonews NewsVor kurzem gruben Bauarbeiter ein Stück Geschichte des Oregon Zoo in der nordamerikanischen Stadt Portland aus. Bei Aushubarbeiten wurde der alte Betongraben freigelegt und dann entfernt, der seit der Eröffnung des Zoos 1959 bis vor etwa 20 Jahren als Abgrenzung zwischen den Besuchern und den Asiatischen Elefanten des Zoos gedient hatte.

Der etwa 2,5 Meter tiefe Graben, der Anfang der 90er Jahre im Rahmen der Umgestaltung des Elefantengeheges zugeschüttet worden war, hatte die Jahre unter Tonnen vom Erde überdauert. Der Beton wird nun, sozusagen als Erinnerung an 55 Jahre Jahre Elefantenhaltung, wieder als Füllmaterial bei Bau des neuen 57 Millionen US-Dollar (etwa 41,5 Millionen Euro) teuren „Elephant-Land“-Projekts verwendet.

Am 24.März legte man den Grundstein für die neue „Forest Hall“, die den geräumigen Innenbereich des Geheges darstellen wird. Es soll eine große, sonnendurchflutete Halle werden, die eine der innovativsten, größten und modernsten Elefantenhäuser in den Vereinigten Staaten sein wird. Durch große Oberlichter und eine etwa 170 m² große Glasfassade soll viel Licht auf den üppigen, bewaldeten Hintergrund der Halle fallen.
Es würden dann tagsüber die gleichen Lichtverhältnisse wie im Freien in dem Gebäude herrschen, erklärt Bauleiter Jim Mitchell.

Aber nicht nur die Elefanten werden von der neuen Konstruktion profitieren, denn die Fenster sind aus dem vogelfreundlichen Ornilux Glas gefertigt. Dieses Spezialglas ist für das menschliche Auge transparent, kann aber von Vögeln als Hindernis wahrgenommen werden. Nach Schätzungen von Wildbiologen, sterben jedes Jahr mehrere hundert Millionen Vögel in den USA bei der Kollision mit Glasscheiben.

Ein „Luftvorhang“, der groß genug ist, dass die Elefanten locker hindurch gehen können, wird die „Forest Hall“ von der Außenanlage trennen und für eine angenehme Innentemperatur für Dickhäuter und Besucher sorgen. Mit dieser Vorrichtung können die Elefanten rund um die Uhr selbst entscheiden, ob sie in der Halle bleiben oder den etwa 2,5 Hektar großen Außenbereich nutzen.
Das Tolle an daran sei, dass die Elefanten selbst entscheiden könnten, ob sie drinnen oder draußen sein wollen, erklärt Bob Lee, Kurator bei den Elefanten im Zoo, es sei dann ihre eigene Entscheidung und nicht mehr die der Pfleger.

Neben der „Forest Hall“ werden noch drei etwa 150 m² große Ställe für die Pflege und medizinische Betreuung gebaut. Zusammen bieten dann beide Anlagen den Elefanten über 3000 m² mit einem, an seinem höchsten Punkt, knapp elf Meter hohen Hallendach. Der Innenbereich wurde mindestens einen Meter tief mit Sand gefüllt, um als Polsterung die Füsse der Elefanten zu schützen.

Eine ausgefeilte Technik, die für die Besucher nur schwer zu sehen ist, hilft Energie zu sparen. Eine Struktur von riesigen Sonnenkollektoren, sowie eine etwa 800 m² große Dachbepflanzung regulieren den Abfluss von Regenwasser, absorbieren Kohlendioxid und erzeugen umweltverträglich Strom.

Als Information für die Besucher werden Exponate aus dem kürzlich geschlossenen, zooeigenen Lilah Callen Holden Elephant Museum innerhalb der „Forest Hall“ ausgestellt. Damit soll vermittelt werden, wie Asiatische Elefanten zusammen mit den Menschen seit Tausenden von Jahren in Wechselwirkung gelebt haben.

Das „Elephant Land“ wird viermal größer sein, als die aktuellen Gehege des Zoos für die Elefanten. Der gesamte Bau soll im Herbst 2015 fertig gestellt sein.

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Quelle: PM Oregon Zoo / zoogast.de