Im Zoo Basel gehen auch die Nashörner zur Schule

Zoo Basel

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Auch Nashörner gehen zur Schule, zumindest im Zoo Basel, wo Panzernashorn Quetta (22) dieser Tage ein intensives Training durchläuft. Sie und der Bulle Jaffna (21) sind zurzeit die einzigen Panzernashörner im Zoo Basel, die Jungtiere wurden vor wenigen Wochen an einen Zoo in Frankreich abgegeben. Alle Nashornarten sind in der Natur stark bedroht.

Da Quetta zurzeit kein Junges hat, kann der Tierpfleger jetzt besonders gut mit ihr trainieren. Mit einer Mutter mit Jungtieren ist dies viel schwieriger, da sie sich nur ungern von ihrem Nachwuchs trennt. Sie wird dann schnell nervös und konzentriert sich nicht auf den Trainer. Bei Quetta konnte man deshalb erst vor wenigen Wochen mit dem Training beginnen. Es zeigte sich, dass sie zwar nicht die begabteste Schülerin ist, sie ist jedoch hoch motiviert und macht sehr gerne mit. Auch ist Quetta bekannt für ihr freundliches Gemüt. Bei den täglichen Übungen ist sie immer mit Eifer dabei und scheint grossen Gefallen an dieser Abwechslung zu finden.

Vertrauen ist die Grundlage
Das Training im Zoo bietet den Tieren nicht nur Abwechslung, es dient auch der Vertrauensbildung zwischen Tier und Mensch. Vertrauen wiederum ist wichtig, um nahe genug an das Tier heran zu kommen, um medizinische Untersuchungen vornehmen zu können. Im Training lernt das Nashorn beispielsweise stillzuhalten, wenn Augen, Ohren und Füsse untersucht werden oder gar Blut genommen wird. Bei einem Zwergflusspferd war dank Training auch schon einmal eine Ultraschall-Untersuchung möglich, bei welcher eine Trächtigkeit bestätigt werden konnte.

Training soll Spass machen
Beim Training darf kein Zwang angewendet werden und es muss immer freiwillig geschehen. Dem Tier soll es Freude machen, wenn es etwas richtig gemacht hat. Ziel ist es, dass es ein sogenanntes Target – dies ist meist ein Stock mit einer Kugel am Ende – berührt. Ist dies der Fall, zeigt der Tierpfleger mit einem Pfiff und einer Belohnung an, dass das Tier die Aufgabe richtig gelöst hat. Auf diese Weise kann man fast jedem Tier beibringen, sich zum Target zu bewegen und es zu berühren. In einem zweiten Schritt kann das Tier lernen, dass es seinen Fuss zum Target hebt, oder seinen ganzen Körper seitlich ans Tor bringt. Dafür arbeitet man mit zwei Targets, eines für den Kopf und eines für das Hinterbein. Hat das Tier seine Lektion gut gelernt, kann es in fast jede gewünschte Position manövriert werden.

Nashörner sind sehr bedroht
Ausser Quetta lebt im Zoo Basel auch noch der Bulle Jaffna. Er ist ein aussergewöhnlich freundlicher Nashornbulle. Trotz seiner zwei Tonnen Gewicht ist er auch im Umgang mit Menschen ausgesprochen sanft. Panzernashörner, wie auch alle anderen Nashornarten, sind in der Natur extrem bedroht. Wegen ihres Horns werden sie in grosser Anzahl getötet. 2014 wurden über 1200 afrikanische Nashörner gewildert. Der Bestand der Panzernashörner liegt bei 3400 Tieren. Der Zoo Basel unterstützt seit vielen Jahren das Projekt „Indian Rhino Vision 2020“, welches sich für den Erhalt und den Schutz der Panzernashörner in verschiedenen Naturschutzreservaten in Assam (Indien) einsetzt.

Quelle: PM Zoo Basel