Im Zoo Basel sind zur Zeit Sepien zu sehen

Tintenfisch - Foto: Zoo Basel

Tintenfisch – Foto: Zoo Basel

Lebe schnell und intensiv: Sepien im Zoo Basel

Für kurze Zeit sind jetzt im Vivarium im Zoo Basel Sepien (oder Gemeine Tintenfische) zu sehen. Bereits haben sie sich gepaart und Eier gelegt. Sepien werden nur ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre alt. Umso erstaunlicher ist es, wie intelligent sie sind. Sie kommunizieren untereinander mit sekundenschnellem Wechseln der Farben und Muster.

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Drei Sepien tummelten sich im Schaubecken Nr. 4. Zuerst fand das Männchen an einem der Weibchen Gefallen und es kam Balzlaune auf, wie am in solchen Fällen typischen Zebramuster unschwer zu erkennen war. Am 19. Mai legte das Weibchen eine „Traube“ aus Eiern ab und verstarb wenige Wochen später, was für Sepien nach der Fortpflanzung ebenfalls typisch ist. In den vergangenen Tagen zeigte das Männchen Interesse am zweiten Weibchen. Was bei den folgenden, „Ringkämpfen“ genau geschah, blieb aber in einer dunklen Tintenwolke verborgen.

Sags mit Farbe

Foto: Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

Sepien ändern ihre Farben und Muster in Sekundenschnelle. Wer etwas Sepia-Sprache versteht, kann daran ihre Stimmung ablesen: Zwei schwarze Punkte auf dem Rücken deuten auf Abwehr hin. Im Jagdfieber huschen dunkle Farbwellen über den Körper, und hin und wieder können sich Sepien auch einmal schwarz ärgern. In der Sepien-Haut sind Farbpigmentzellen eingelagert, die auf die elektrischen Impulse von Nervenreizen reagieren. Tintenfische steuern mit ihrem Hirn jede einzelne Farbzelle in ihrer Haut, um sich perfekt an ihre Umgebung anzupassen. Die Farbwechsel sind etwa gleich schnell wie das Flackern des Sonnenlichts auf dem seichten Meeresboden.

„Live fast die young“

Sepien werden nur eineinhalb bis zwei Jahre alt und sind deshalb immer nur kurz im Vivarium zu sehen. Die Aufzucht ist recht heikel, da sie sich untereinander nicht gut vertragen. Zur Verpaarung wählen die Tierpfleger einzelne Sepien aus. Mit viel Fingerspitzengefühl und etwas Glück bildet sich so ein Paar und beginnt mit Paarungs-Ringkämpfen. Das Weibchen befestigt einige Tage bis Wochen danach bis zu zweihundert Eier an Hornkorallen, aber auch an eigens dafür ins Aquarium gehängte Taue oder Netze.

Intelligenzbestien des Meeres

Trotz ihrem Namen sind Tintenfische nicht mit Fischen, sondern mit Schnecken verwandt. Sie sind neugierig, kommunizieren untereinander und zeigen ein komplexes Sozialleben, das wohl nur mit demjenigen von Säugetieren oder Vögeln vergleichbar ist. Im Zolli werden sie bereits seit 1979 gezüchtet. Wer die Sepien besucht, sollte einen Blick auf ihre Mitbewohner werfen. Wie kleine bunte Feuerwerke ragen die Korallenpolypen aus ihren Stöckchen.

Quelle: Zoo Basel