Im Zoo Basel ziehen Brandungsbarsche ein

Brandungsbarsch – Foto: Zoo Basel

Brandungsbarsche – Schlüpfriges aus der Meereswelt
Im Vivarium im Zoo Basel sind 65 Brandungsbarsche zu bestaunen. Die nur etwa bis 15 Zentimeter langen Fische aus Kalifornischen Küstengewässern verbringen wahre Fortpflanzungswunder. Sie vermehren sich rasant und bringen fixfertig entwickelte Junge zur Welt, die noch dazu bereits bei ihrer Geburt geschlechtsreif sind. Ende Juli kamen zehn Exemplare im Vivarium an, bereits einen Monat später schwammen 65 Brandungsbarsche im Aquarium.

Im Juli kamen zehn erwachsene Brandungsbarsche aus Vancouver in den Zoo Basel. Die Brandungsbarsche fühlten sich offensichtlich schnell wohl in ihrem neuen Zuhause: Nach wenigen Tagen schwammen bereits Jungfische im Aquarium 37 und täglich wurden es mehr. Insgesamt 55 Jungtiere zählten die Tierpfleger nach einigen weiteren Tagen. Die weiblichen Fische waren offenbar bereits trächtig in Basel angekommen.

Nach der Geburt sofort geschlechtsreif
Die meisten Fische legen Eier, nur wenige Arten bringen fertig entwickelte Junge zur Welt. Die Kalifornischen Brandungsbarsche (Cymatogaster aggregata) gehören zu diesen wenigen lebendgebärenden Arten. Schwärme von Weibchen ziehen im Frühsommer in flache Küstengewässer der amerikanischen Pazifikküste und gebären bis zu dreissig, rund drei Zentimeter lange Junge auf einmal. Kurz danach paaren sie sich nach intensiven Balzritualen bereits wieder mit vielen verschiedenen Männchen. Das Männchen begattet das Weibchen mit Hilfe einer temporär zu einer Röhre „umgebauten“ Afterflosse. Das Weibchen bewahrt die Spermien ihrer Liebhaber zunächst in speziellen „Taschen“ im Geschlechtstrakt auf. Erst im Dezember werden die ungewöhnlich grossen Mengen von Spermien aktiviert und auf die Eizellen losgelassen. Spermien findet man sogar in den Mägen der Embryonen, vermutlich dienen sie ihnen als erste Nahrung. Die Jungen sind in der Regel Halbgeschwister, denn sie haben meist nicht denselben Vater.

Junge kommen ‚rückwärts‘ zur Welt
Die befruchteten Eier werden im Eierstock mit einer Nährlösung und mit Sauerstoff versorgt. So läuft ihre Entwicklung gut geschützt in Mutters Bauch ab, bis die Jungen im Sommer als völlig selbständige Fische geboren werden. Eine weitere Besonderheit: Die Fischlein kommen in „Steisslage“, also mit dem Schwanz voran und gegen die Schuppen- und Flossenrichtung, zur Welt. Die jungen Männchen sind praktisch sofort zeugungsfähig, die Weibchen stehen ihnen in nichts nach: Sie werden kurz nach ihrer Geburt schon begattet.
Brandungsbarsche leben an den Felsküsten und in Kelpwäldern des nordöstlichen Pazifik von Kalifornien bis Alaska. Die Fische halten sich in Buchten, in Seegraswiesen und in Häfen auf und dringen auch in Brack- und Süsswasser vor. Sie leben in kleinen Schwärmen und jagen vor allem Krebs- und Weichtiere, Jungfische oder weiden an Algenbeständen.

Quelle: PM Zoo Basel