Im Zoo Denver kommen zum ersten Mal Nebelparder zur Welt

Nebeparderjungtier - Foto: Denver Zoo

Nebeparderjungtier – Foto: Denver Zoo

Im Zoo Denver kommen zum ersten Mal Nebelparder zur Welt
Weil die Mutter sehr unerfahren ist werden die Tierpfleger die Zwillinge mit der Hand aufziehen

Der Denver Zoo im US-Bundesstaat Colorado feiert die Geburt von zwei Nebelpardern. Die Zwillinge erblickten am 14.März das Licht der Welt und sind die Ersten ihrer Art, die in Denver zur Welt kamen. Die noch namenlosen Jungtieren, ein Männchen und ein Weibchen, sind gesund, mussten jedoch durch die Tierpfleger der Mutter weg genommen werden. Mutter Lisu, gebar die Jungen in einem für Besucher nicht einsehbaren Stall im Themenbereich der Toyota-Elefanten-Passage, kümmerte sich aber dann nicht um sie. Die Tierpfleger glauben, es läge daran, dass Lisu zum ersten Mal Mutter geworden ist und selbst von Hand aufgezogen wurde. Wahrscheinlich fehle es ihr deswegen an Erfahrung im Umgang mit eigenen Jungtieren. Nach ein paar Stunden, nahmen die Tierpfleger die Jungen aus dem Gehege der Mutter und brachten sie in ein anderes Gebäude. Dann begann man mit einem dafür vorgesehenem Prozedere, das z.B. beinhaltet die Jungtiere anfangs alle drei Stunden mit Nahrung und Medizin zu versorgen. Die Jungen werden nun bis sie älter sind hinter den Kulissen bleiben.

Es ist nicht nur der erste Nachwuchs für Lisu, sondern ebenso für der Vater Taji. Lisu wurde im März 2011 im Nashville Zoo im US-Bundesstaat Tennessee geboren und kam bereits im darauf folgenden November nach Denver. Taji kam im Point Defiance Zoo, der Stadt Tacoma im US-Bundesstaat Washington, im Juni 2011 zur Welt und zog dann ebenfalls im November 2011 nach Colorado. Die beiden bildeten auf Empfehlung der Vereinigung der Zoos und Aquarien (AZA) und deren Species Survival Plan (SSP), der für die Gesundheit und genetische Vielfalt unter den Zootieren der jeweils verschiedenen Arten sorgt, ein Paar. Der SSP ist das nordamerikanische Gegenstück des Europäischen Erhaltungszuchtproramm (EEP). Glücklicherweise verstanden sich die Tiere gut und sorgten ohne Komplikationen für Nachwuchs. Das ist nicht immer so. Es gab schon öfter weltweit Fälle, in denen sich Nebelparder gegenseitig nicht annahmen und dann des Öfteren das Weibchen bei einem Kampf getötet wurde.

Trotz ihres Aussehens sind Nebelparder nicht wirklich mit dem Leopard verwandt. Weil sie in vielerlei Hinsicht einzigartig sind, werden sie in eine eigene Gattung, den Neofelis, eingeteilt. Neofelis ist die Kombination eines griechischen und eines lateinischen Wortes und bedeutet soviel wie „neue Katze“. Sie werden als eine „Brücke“ zwischen typischen Großkatzen, wie Löwen und Tiger und kleineren Katzen, wie Pumas, Luchse oder Ozelots gesehen. Sie erreichen etwa sechzig bis circa 120 Zentimetern Körperlänge und werden zwischen 12 und 25 Kilogramm schwer. Ihr gelbbraunes Fell mit den markanten, „wolkenförmigen“, dunklen Flecken verschafft ihnen eine hervorragende Tarnung in ihrem Lebensraum, dem Dschungel, so dass sie sich unbemerkt an ihre Beute anpirschen können, während sie aber von ihren eigenen potentiellen Feinden nur schwer ausgemacht werden können.

Nebelparder sind gut an das Leben in den Bäumen angepasst. Sie haben kurze, flexible Beine, große Füße und scharfe, einziehbare Krallen, was sie zu schnellen und gechickten Kletterern macht. Sie können mit dem Kopf voraus Baumstämme hinab steigen, klettern an der Unterseite dicker Äste entlang und jagen gelegentlich während sie sich nur mit den Hinterläufen an einem Ast festhalten ebenfalls kopfüber. Dabei lassen sie sich, wenn ein Tier unter ihnen ist, einfach herab fallen. Ihr langer Schwanz dient als eine Balancier-Hilfe während sie von Ast zu Ast springen. Dass sie in den Bäumen leben bietet ihnen zudem Schutz vor größeren Raubtieren wie Tiger und Leoparden.

Sie kommen in Südostasien, Südchina, Nepal, Indien, Myanmar und in Indonesien auf den Inseln Sumatra und Borneo vor. Dort leben vor allem in tropischen und subtropischen, immergrünen Wäldern auf bis zu knapp 2000 Meter über dem Meeresspiegel.

Es gibt keine zuverlässigen Schätzungen zur Nebelparder-Populationen in freier Wildbahn, aber ihre Art wird auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als „gefährdet“ geführt. Nebelparder sind in erster Linie wegen des Verlusts ihres Lebensraums gefährdet, der für Landwirtschaft und Plantagenbau gerodet wird. Sie werden aber auch wegen ihre schönen Pelze und ihrer Knochen gejagt, welche in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden.

Nebelparder zogen im Jahre 2011 als Spezies, nach einer vierjährigen Abwesenheit, wieder im Denver Zoo ein. Ermöglicht wurde dies teilweise durch eine großzügige Spende von David und Carla Crane zu Ehren von Davids Mutter, Peggy Crane Epand. Die Gäste des Zoos können die Nebelparder vom Betty-Robertson-Leopard-View, einer Schatten spendenden Konstruktion vor dem Gehege, aus sehen.

Quelle: PM Denver Zoo / zoogast.de