Im Zoo Osnabrück ziehen die Sumatratiger in den Tempelgarten ein

Tigerin Diana - Foto: Zoo Osnabrück

Tigerin Diana – Foto: Zoo Osnabrück

Bewohner des Tigertempelgartens eingetroffen
Sumatra-Tiger Diana und Argo ziehen ein

Der Tigertempelgarten, der am 7. April 2014 im Zoo Osnabrück eröffnet wird, nimmt nicht nur baulich Gestalt an, sondern ist nun auch bereits bewohnt: Am vergangenen Dienstag kam Tigerin Diana aus Polen an. Ihr folgte heute Kater Argo aus Frankreich.

Am Dienstagmorgen um 10 Uhr traf zunächst die zweijährige Tigerin Diana aus dem Zoo Warschau (Polen) mit einem auf Tiertransfers spezialisierten Transporter ein. Per Gabelstapler beförderten die Zoomitarbeiter die mit Stroh ausgelegte Metallkiste direkt an den Außenschieber in der Innenanlage – begleitet vom lauten Brüllen der Raubkatze. „Als der Schieber hoch ging, lief Diana direkt in ihren neuen Stall. Nachdem sie ihr neues Zuhause inspiziert hat, trank sie ein wenig Wasser und zog sich dann unter ein Holzpodest zurück“, berichtet Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück. Inzwischen hat sich Diana schon ein wenig eingelebt: „Natürlich ist sie noch etwas verunsichert und scheu. Schließlich ist sie nun das erste Mal in einer neuen Umgebung und alle Geräusche und Gerüche sind für sie neu. Aber sie frisst regelmäßig und das ist ein gutes Zeichen“, so Klumpe. Heute traf um 13:30 Uhr Argo, der einjährige Sumatra-Kater aus dem Zoo Champrepus in der französischen Normandie, ein. Im Gegensatz zu Tigerin Diana ließ der kräftig gebaute Kater sich lange bitten: Nach der Fahrt fühlte er sich in der Transportkiste so wohl und sicher, dass er diese nicht mehr verlassen wollte. Erst nach anderthalb Stunden betrat Argo mit Nachhelfen durch die Tierpfleger endlich seinen Stall im Tigerhaus.

Kennenlernen Schritt für Schritt

Der Zoo Osnabrück geht bei der Zusammengewöhnung der zwei Sumatra-Tiger Schritt für Schritt vor, wie Zoodirektor Prof. Michael Böer beschreibt: „Für die Tiere ist das eine besondere Situation: Nicht nur die Umgebung ist neu, sondern auch der Artgenosse. Und dass sich die beiden verstehen werden, ist nicht selbstverständlich. Deswegen müssen wir langsam vorgehen.“ So bleiben die Tiger zunächst in ihrem Innengehege und lernen sich hier vorerst nur auf Distanz kennen. Im nächsten Schritt können sie sich, getrennt durch ein Gitter, schon mal beschnuppern. Nach und nach werden sie einzeln die neue 1.200 qm große Außenanlage erkunden, bevor sie dann tatsächlich aufeinander treffen. „Dennoch bleibt ein Restrisiko, dass Diana und Argo sich nicht verstehen werden – das weiß man bei Tieren eben nie. Wir hoffen, dass alles gut geht und wir dann in vielleicht zwei Jahren mit eigenem Tigernachwuchs einen Beitrag zur Arterhaltung der bedrohten Sumatra-Tiger leisten können“, so Böer. Von der Tigerart leben in der Wildbahn nur noch etwa 400 Tiere, allerdings in voneinander isolierten Landstrichen.

Für Besucher ab dem 8. April geöffnet

Besucher können die zwei neuen Zoobewohner noch nicht sehen. Sie sollen sich vorerst in Ruhe an ihr neues Zuhause gewöhnen, deswegen ist der Gang durch das Tigerhaus bis auf weiteres gesperrt. Der Tigertempelgarten, der einer verfallenen Tempelruine gleicht, und den zweiten großen Bauabschnitt in  derOsnabrücker Tierwelt „Angkor Wat“ bildet, wird am 7. April 2014 offiziell eröffnet. Besucher können den Bereich ab dem 8. April erkunden. Besonderes Highlight der Anlage: Ein über fünf Meter hoher und 19 Meter langer Aussichtsteg, der gitterlose Einblicke in das Tigerleben ermöglicht. Zu Pfingsten werden in einem benachbarten Bereich noch Siamangs, eine Gibbon-Art, und Binturongs, eine Schleichkatzenart, einziehen.

Quelle: PM Zoo Osnabrück