Inventur 2017 im Tierpark Bochum

Eine Stabschrecke, zwei Stabschrecken…oder ist das nur ein Ast? Diese kleinen Insekten zu zählen ist nahezu unmöglich. Zumal sich die Meister der Tarnung mit ihren dünnen, langen Körpern und filigranen Beinchen nur schwer von den Brombeerzweigen im Terrarium unterscheiden lassen. Am Ende kommt Revierleiter Lukas Gers auf rund 60 Individuen der Anam-Stabschrecken. Eine Woche lang hat das Team des Tierpark + Fossilium Bochum seine Pfleglinge gezählt und alle Zahlen genauestens dokumentiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aktuell leben hier auf einer Fläche von 20.000 m² 3.855 Tiere in 345 Arten! Damit gehört der Ruhrgebietszoo zu einem der tier- und artenreichsten Zoos in Nordrhein-Westfalen. Ein Großteil der tierischen Bewohner ist in den zahlreichen, naturnah gestalteten Süß- und Meerwasserbecken des Aquarienhauses zu finden. Über 2.200 Fische sowie eine Vielzahl an Korallen, Anemonen, Krebsen, Schnecken und Co. können dort entdeckt werden. 129 Säugetiere, 181 Vögel, 137 Reptilien und 24 Amphibien vervollständigen das beeindruckende Artenspektrum des Tierparks.

„Die Inventur steht, wie in vielen anderen Unternehmen auch, zu Beginn eines jeden Jahres bei uns an“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik. „Die Ergebnisse werden mit den Aufzeichnungen des gesamten Vorjahres abgeglichen. Jeden Tag wird schriftlich festgehalten, ob ein Tier geboren wurde oder verstorben ist, neu aufgenommen oder in einen anderen Zoo abgegeben wurde. Die Daten werden nicht nur an die zuständigen Ämter weitergeleitet, sondern stellen außerdem ein wichtiges Instrument des modernen Zoomanagements dar, um beispielsweise neue Zuchtgruppen zusammenzustellen.“

Die große Zählung nahm der Tierpark außerdem zum Anlass, einige seiner Tiere zu wiegen und zu messen. So auch die Weißbüschelaffen. „Als Tierpfleger behalten wir die Entwicklung all unserer Pfleglinge genauestens im Auge. Wir wiegen unsere Affen, um ein eventuelles Über- bzw. Untergewicht festzustellen oder eine Trächtigkeit zu ermitteln. Eins unserer Weibchen liegt zurzeit 80 Gramm über dem Normalgewicht. Das ist viel für einen kleinen Affen. Daher vermuten wir, dass es schon bald Nachwuchs in der großen Amazonasanlage geben wird“, freut sich Tierpfleger Sebastian Manickam.

Auch 2016 erblickten wieder zahlreiche Jungtiere im Tierpark das Licht der Welt und wurden auf der Tierbestandsliste vermerkt. Alpakafohlen „Heidi“ wurde im Mai geboren und hat mit ihrem weißen Fell und den blauen Kulleraugen nicht nur die Herzen des Tierparkteams, sondern auch die der Besucher im Sturm erobert. Nach etwas mehr als sieben Monaten misst das Weibchen von Kopf bis Huf bereits etwa 1m. Neben den Alpakas leben auf dem Gelände unterhalb des Streichelzoos außerdem mehrere besondere Rasseziegen. Eine von ihnen ist die Weiße Deutsche Edelziege „Jakob Grimm“. Mit einer Widerristhöhe von 80 cm überragt er die eher kleine Thüringer Waldziege „Trudi“ um mehr als 15 cm. Zooschulleiterin Kerstin Schulze: „Im Rahmen unserer Führungen zum Thema ‚Haus- und Nutztiere‘ zeigen wir anhand dieser Tiere gerne die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ziegenrassen auf, die früher und teilweise noch heute in der Landwirtschaft auf vielfältige Weise zum Einsatz kommen.“

Tierparkbesucher können gespannt sein, welche Jungtiere und Neuzugänge es 2017 auf die Inventurliste schaffen werden. Nicht berücksichtigt werden übrigens tierische Gäste, wie Haussperlinge, Möwen oder Wildkaninchen, die sich immer wieder gerne im Tierpark niederlassen.

Quelle: PM Tierpark Bochum