Inventur im Erlebniszoo Hannover

Elenantilope Amarula mit Mutter – Foto: Zoo Hannover

Am Ende jedes Jahres zählt der Zoo alles, was da kreucht und fleucht. Ergebnis für das Jahr 2013 nach tagelanger Zählung: Im Erlebnis-Zoo Hannover leben 2.177 Tiere in 211 Arten.

Wie eine rosarote Wolke wirkt der Schwarm der Flamingos am Ufer des Sambesi im Erlebnis-Zoo Hannover. Wie viele Einzeltiere gemeinsam diesen Farbtupfer in den Winter zaubern, ergibt das Zählen bei der jährlichen Inventur. Doch das ist gar nicht so einfach. Weil die Vögel einfach nicht still halten und immer wieder die Position wechseln, haben die Tierpfleger für die rosa Zählung einen Trick: Sie lassen die Tiere elegant durch einen schmalen Korridor auf ihre Anlage flattern und zählen dann schnell mit. Zehn Mal wurde die Flatterpartie diesmal wiederholt, bis das Ergebnis feststand: Genau 93 Flamingos stolzieren in Hannover umher.

Wie jedes Unternehmen zählt auch der Erlebnis-Zoo am Ende des Jahres alles, was da kreucht und fleucht. Für die tierische Inventur braucht es Geduld, denn nicht alle Tiere sind so einfach zu zählen wie Faultiere (die stundenlang am selben Fleck hängen), Nashörner und Flusspferde (die wirklich nicht zu übersehen sind) oder so seltene Tiere wie die Kleinen Pandas und Sibirischen Tiger (von denen es jeweils nur ein Pärchen gibt).

Spannend machen es auch die Kängurus, die gerne mal einen Winzling im Beutel verstecken. Das Kleine kann erst als geboren gezählt werden, wenn es die Nase zum ersten Mal an die Luft gesteckt hat. Bis zur letzten Minute im Jahr wird daher gewartet. 2013 musste das Ergebnis am 31. Dezember noch einmal nach oben verändert werden, als Elefantenkuh Manari ihren „Silvesterknaller“ zur Welt brachte. Aber schließlich stand es fest:

Im Erlebnis-Zoo Hannover leben 2.177 Tiere in 211 Arten.

Die Zahlen vergleichen die Zoomitarbeiter schließlich mit den Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden erst handschriftlich in das Tierbestandsbuch eingetragen und dann in den Computer übertragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich mit den Computeraufzeichnungen verglichen. Fehlt ein Tier oder ist gar eines zu viel, wird nochmal gezählt.

Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie an den Gesellschafter des Zoos, die Region Hannover, und an das Veterinäramt der Stadt Hannover übermittelt. Auf diese Weise ist jedes Tier von der Zwergmaus bis zum Nashorn „aktenkundig“.

Wissenschaftliche Vergleichswerte
Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen der Tiere. Anhand der Vergleichszahlen aus den verschiedensten Zoos werden dann Durchschnittswerte pro Tierart ermittelt, anhand derer jeder Zoo die Entwicklung seiner Tiere überprüfen kann.

Und so hielt Pinselohrschwein Lomé für einen winzigen Augenblick (und eine Handvoll Brotstückchen) still. Was sonst nicht ihre Art ist, lieber gräbt sie ihre Nase tief in die Erde und wühlt die Anlage um. Aber da die Tierpfleger ihr das Futter direkt vor die Nase hielten, blieb sie wie angewurzelt stehen. Blitzschnell holten die Tierpflegerinnen Sarah Menzenbach und Maren Otto den Zollstock raus, maßen Lomé von oben bis unten und pinselten die Ergebnisse für das Pinselohrschwein schnell nieder.

Neuzugänge
Pinselohrschwein Lomé fand das keinesfalls vermessen, vielleicht ein wenig seltsam. Aber immerhin weiß nun auch sie, dass ihr Bauchumfang 119 cm beträgt (da geht also noch was), sie 1,05 m hoch und ihr Rücken ist 65 cm lang ist. Ihre Ohren sind bis zur lustigen Pinselspitze 21 cm lang, der Schwanz bis zur breiten Quaste misst 45 cm. Bei der nächsten Inventur können die Tierpfleger genau feststellen, um wie viele Zentimeter das Pinselohrschwein gewachsen ist – immerhin ist die Tierart im Juli 2013 neu in den Zoo gekommen, da sind Vergleichswerte besonders wichtig.

Die Vermessung von Seelöwin Lotta (2,5 Jahre), dem Neuzugang aus 2012, ergab: Sie ist jetzt 150 cm lang und damit im vergangenen Jahr um genau 15 cm gewachsen. 10 Kilo hat sie zugenommen und bringt jetzt 50 kg auf die Waage. Perfekt!

Zahlenbeispiele:
5 Flusspferde, 3 Eisbären, 14 Elefanten, 5 Orang-Utans, 3 Berberlöwen, 2 Sibirische Tiger, 3 Spitzmaulnashörner, 3 Faultiere, 93 Flamingos, 35 Pinguine, 5 Giraffen, 2 Kleine Pandas, 5 Rote Varis, 2 Wombats, 7 Erdmännchen, 12 Dikdiks, 4 Seelöwen, 5 Drills, 10 Gorillas, 3 Kappensäger, 3 Bisons, 5 Gänsegeier, 49 Kuhreiher

Das größte, höchste, schwerste Tier

Das größte Tier: Giraffenkuh Juji ist 4,50 Meter hoch
Das schwerste Tier: Elefantenbulle Nikolai bringt 4,8 Tonnen auf die Waage
Das längste Tier: Tigerpython Moses junior I. ist 5,10 Meter lang
Das kleinste Tier: Blattschneider-Ameise Brunhilde ist nur 0,3 cm lang
Das älteste Tier: Anden-Kondor Yogi ist 52 Jahre alt

Quelle: PM Erlebniszoo Hannover