Inventur im Erlebniszoo Hannover

Foto: Zoo Hannover

Es ist nicht schwer, Achim zu finden. Eine auffällige Spur führt zielgerade durch den Sand in das Versteck der Achatschnecke. Weitaus schwerer macht es „Goethe“ seinen Pflegern. Das Jemen-Chamäleon tarnt sich perfekt auf einem Ast. Und auch bei den Wandelnden Blättern muss mehrmals hingeguckt und gezählt werden, bis wirklich nur Schrecken und keine Blätter gelistet sind. Es kribbelt, krabbelt und wuselt im Becken der Fauchschaben, die Loris fliegen immer wieder durcheinander und die Präriehunde verschwinden ständig in ihrem Bau. Die jährliche Inventur im Zoo ist ein wahres Geduldsspiel!

Wie jedes Unternehmen zählt auch der Zoo am Ende jedes Jahres alles, was da kreucht und fleucht. Einfach haben es die Tierpfleger bei den Faultieren (die hängen stundenlang schön still im Baum), den Elefanten (die stellen sich zum Durchzählen einfach nebeneinander auf) oder den Giraffen (die schlecht zu übersehen sind).

Aber nicht jede Art ist gleichermaßen kooperativ. Die Meerschweinchen rennen durcheinander, die Bennettkängurus hüpfen hin und her, die Goldfische tauchen einfach ab. Trotzdem: Von der Antilope bis zum Zebra wird jedes Tier notiert – und das braucht seine Zeit. Bis zu zehn Tage zählen die Tierpfleger wieder und wieder ihre Schützlinge. Das Ergebnis für das Jahr 2012: 3.306 Tiere in 247 Arten!

Geschätzte Schätze
Weil manche Tierarten pausenlos unterwegs sind, werden sie nach ausgeklügelten Methoden geschätzt, wie der Vogelschwarm im Urwaldhaus oder die Forellen im Hafenbecken von Yukon Bay. Da sich die freifliegenden Vögel nicht einfangen lassen, wird ihre Futterstelle tagelang beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet. Die Forellen werden bei den Tauchgängen der Tierpfleger beobachtet und geschätzt. Die Ameisen zu zählen, die bergauf-bergab durch ein langes Röhrenlabyrinth krabbeln, wäre Sisyphos-Arbeit. Die Blattschneider-Ameisen werden nur als Volk, gleich 1 Tier, gezählt – obwohl es natürlich Tausende Individuen sind.

Jahresaufzeichnungen
Die Zahlen vergleichen die Zoomitarbeiter schließlich mit ihren Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden erst handschriftlich in das Tierbestandsbuch eingetragen und dann in den Computer übertragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich mit den Computeraufzeichnungen verglichen. Fehlt ein Tier oder ist gar eines zu viel, wird nochmal gezählt.

Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie an den Gesellschafter des Zoos, die Region Hannover, und an das Veterinäramt übermittelt. Auf diese Weise ist jedes Tier vom Degu bis zum Nashorn „aktenkundig“.

Wissenschaftliche Vergleichswerte
Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen der Tiere. Die Zahlen werden in wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlicht und geben Aufschluss über die Entwicklung der Tiere. Anhand der Vergleichszahlen aus den verschiedensten Zoos werden dann Durchschnittswerte pro Tierart ermittelt. Abweichungen würden Hinweise darauf geben, dass sich ein Tier nicht normal entwickelt. Im Erlebnis-Zoo Hannover entwickelten sich die Tiere prächtig.

Zahlenbeispiele:
5 Flusspferde, 2 Eisbären, 13 Elefanten, 4 Orang-Utans, 4 Löwen, 2 Tiger,
3 Nashörner, 4 Faultiere, 96 Flamingos, 35 Pinguine, 5 Giraffen, 2 Kleine Pandas,
5 Rote Varis, 6 Rote Riesenkängurus, 2 Wombats, 21 Präriehunde, 7 Nyalas

Das größte, höchste, schwerste Tier
Das größte Tier: Giraffenbulle Schorse ist 5,80 Meter hoch
Das schwerste Tier: Elefantenbulle Nikolai bringt 4,7 Tonnen auf die Waage
Das längste Tier: Tigerpython Moses junior I. ist 5,10 Meter lang
Das kleinste Tier: Blattschneider-Ameise Bärbel ist nur 0,5 cm lang
Das älteste Tier: Anden-Kondor „Julchen“ ist 51 Jahre alt
Das letztgeborene Tier: Rauwolliges Pommernschaf am 27.12. 2012

Neue Attraktionen im Zoojahr 2013:
Neue Themenwelt für Menschenaffen am Gorillaberg.
Zoobesucher können sich schon jetzt auf die Sommer-Saison 2013 freuen. Im Sommer eröffnet der Zoo eine neue Themenwelt für die Schimpansen!
Der Besuch der Menschenaffen wird dann einer Wanderung durch verschiedenste Klimazonen Afrikas gleichen, von der Savanne bis zum Regenwald. Das neue Außengehege zeigt eine afrikanische Feuchtsavanne mit Felsen und Bäumen zum Klettern, mit Wasserfall, Bachlauf und Teich, Schattenplätzen, Sandbad und Ruhezone. Die Außenanlage wird mit 900 m² ca. doppelt so groß wie bisher.

Bereits im Februar wird es ein Wiedersehen mit den Schimpansen geben, wenn sie in ihre umgebaute Innenanlage einziehen. Die Anlage wurde mit Sicherheitsglasscheiben versehen und mit einem Drahtnetz überkuppelt. Bis zum Herbst wird dann auch die noch „unmöblierte“ Innenanlage zu einer stimmungsvollen Urwaldlichtung im Regenwald mit Wasserfall und Bachlauf, Felsen, Lianen und Grün finalisiert.

Rüsselrasselbande im Dschungelpalast

Nach dem Weihnachts-Elefantenbaby, das am 24. Dezember geboren wurde, erwartet der Zoo in diesem Jahr noch drei weitere Elefantenbabys im Dschungelpalast, die im Februar/März und Oktober zur Welt kommen. Das fünfte Baby folgt im Frühjahr 2014.

Gewichtiger Nachwuchs am Sambesi
In der Afrikalandschaft Sambesi hofft der Zoo auf seltenen Nachwuchs: Flusspferdbulle Knuddel aus Belgien ist bei den vier Hippo-Damen eingezogen und dort in amouröser Mission unterwegs. Flusspferd Victoria scheint dem flotten Belgier nicht abgeneigt zu sein. Die beiden haben sich bereits zu einem Flusspferdstündchen getroffen. Wenn sie sich nahe genug gekommen sind, ist im August/September mit Nachwuchs zu rechnen.

Neue Stars in der Showarena

Hinter verschlossenem Vorhang trainieren die Tiertrainer in diesem Winter mit zwei neuen Stars. Pünktlich zur Sommersaison werden die beiden mit messerscharfem Verstand und gehörigem Weitblick beeindrucken!

Neue Veranstaltungen
An genau 173 Tagen überraschte der Zoo im vergangenen Jahr mit neuen Veranstaltungen – von der Kinderfestwoche über kanadische Goldrushdays, Markttage auf Meyers Hof, Krimi-Musical-Dinner im Dschungelpalast und Lesungen im Outback bis zum Besuch ehemaliger Olympioniken am Sambesi. Das erfolgreiche Konzept setzt der Zoo 2013 fort. Auf dem Programm stehen neben der beliebten Kinderfestwoche und den bunten Goldrush-Days unter anderem eine Tierkostüm-Parade, Marktschreier-Tage, Indische Basare, Käseabende, Weinhopping, der Australia-Day und ein Tierpfleger-Mehrkampf.

Quelle: PM Zoo Hannover