IUCN stuft Giraffen als „bedrohte Tierart“ ein – VdZ-Zoo koordiniert Zuchtprogramm zum Arterhalt

Giraffen im Jaderpark – Foto: Simon Pannock / zoogast.de

Das größte Landsäugetier der Erde ist vom Aussterben bedroht. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Status der Giraffe auf der Roten Liste für gefährdete Tier- und Pflanzenarten 2016 von „ungefährdet“ (least concern) auf „bedroht“ (vulnerable) hochgestuft. Damit droht eine der bekanntesten Tierarten des afrikanischen Kontinents in Zukunft in der Natur auszusterben. Hintergrund ist eine dramatische Abnahme der Giraffenbestände um bis zu 40 Prozent in den letzten 30 Jahren.

„Durch die wachsende Bevölkerungszahl in Afrika und die zunehmende wirtschaftliche Nutzung ehemaliger Wildnisflächen verlieren Giraffen ihren Lebensraum “, erklärt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Bürgerkriege und ausufernde Wilderei sind ebenfalls für die Bestandsabnahme verantwortlich.“

VdZ-Zoos engagieren sich für den Erhalt von Giraffen
Durch die Teilnahme an Zuchtprogrammen engagieren sich VdZ-Mitgliederzoos unmittelbar für das Überleben der Giraffen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) tauschen wissenschaftlich geleitete Zoos Nachzuchten untereinander, um einen möglichst vielfältigen Genpool sicherzustellen.

Das EEP für Giraffen wird aktuell von Jörg Jebram koordiniert, der Diplom-Biologe in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen ist. Er sieht in der IUCN-Entscheidung den wichtigen Beitrag von Zoologischen Gärten zum Artenschutz bestätigt: „Es nehmen 28 VdZMitgliederzoos mit über 100 Giraffen am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm teil. Im Jahr 2014 hatten wir im gesamten EEP 129 Nachzuchten. Insofern haben wir eine sehr stabile Population.“

Volker Homes fügt hinzu: „Durch den Erhalt von gesunden Giraffenpopulationen in Menschenobhut und der Förderung von Feldprojekten in der Wildnis tragen unsere Mitgliederzoos aktiv zum Schutz der Giraffen bei. So unterstützen zum Beispiel Zoo und Tierpark Berlin die Ausbildung und Ausrüstung von Rangern zum Schutz einer der letzten Rothschildgiraffen-Populationen im Kidepo Valley Nationalpark in Uganda.“

Quelle: PM VdZ