Jahresfazit: Der Zoo Leipzig schaut auf 2012 zurück

Foto: Zoo Leipzig

Der Zoo Leipzig ist den hohen Erwartungen gerecht geworden: „Wir haben die Erfolge des Vorjahres in 2012 wiederholt und damit unsere eigenen ebenso wie die externen Ansprüche erfüllt“, hat Zoodirektor Dr. Jörg Junhold im Rahmen der heutigen Jahres-Pressekonferenz ein positives Resümee gezogen. Erneut – und damit zum zweiten Mal in Folge – kamen mehr als zwei Millionen Besucher in den Tiergarten der Messestadt. „Der Zoo Leipzig hat mit der Tropenerlebniswelt Gondwanaland und durch den Einsatz aller Mitarbeiter sowie den großen öffentlichen Zuspruch seinen Stellenwert für den Leipziger Tourismus ebenso wie sein überregionales Einzugsgebiet weiter gefestigt.“ Zudem wird das Umsatzziel von 28,5 Millionen Euro realisiert werden.

Teilnehmerrekorde in verschiedenen Bereichen
Ausdruck für den Erfolg im zu Ende gehenden Jahr sind gleich mehrere Rekorde: Mehr als 38.000 Menschen, und damit ca. 20 Prozent mehr als im Vorjahr, haben durch die Intensivierung des Veranstaltungsgeschäftes in Gondwanaland sowie die Inbetriebnahme der Kongreßhalle an extern gebuchten Veranstaltungen im Zoo Leipzig teilgenommen. Auch im Besucherbereich konnten neue Maßstäbe gesetzt werden: Mit rund 4.400 Entdeckertouren bis zum Jahresende gelang innerhalb von sechs Jahren ein Anstieg um rund 60 Prozent. Neben den Zoolotsen hatten auch die Lehrer an der Zooschule alle Hände voll zu tun: Mit rund 11.000 Schülern kamen in 2012 mehr Teilnehmer zum Unterricht in den Zoo Leipzig als je zuvor. Die Steigerung um mehr als 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren ist nicht zuletzt dank der Stundenzuweisung durch die Bildungsagentur möglich gewesen.

Licht und Schatten im Tierbestand
Mit der Ankunft des Sunda-Gavial-Männchens De Gaulle (aus Berlin) sowie von zwei jungen Komodowaran-Weibchen (USA) sind in Gondwanaland erneut zoologische Meilensteine realisiert worden. Zudem haben in den vergangenen Monaten zahlreiche freilebende Frösche und Vögel die Tropenhalle erobert. Ebenso viel Bewegung herrschte bei den Menschenaffen in Pongoland. In Zusammenarbeit mit den Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen hat die Zusammenstellung neuer Zuchtgruppen bei den Gorillas, Orang-Utans und Bonobos begonnen. Somit hieß es u.a. Abschied nehmen von Silberrücken Gorgo, dessen Platz Abeeku als neuer Anführer bei den Gorillas eingenommen hat.
Licht und Schatten lagen mit Blick auf die Zuchtanstrengungen bei den vom Aussterben bedrohten Arten nah beieinander. Während die Aufzucht des Nashornjungtieres Naima ebenso gut verläuft wie das Heranwachsen der beiden Giraffenjungtiere, des Lippenbären-Nachwuchses, der Tiger-Zwillinge, Riesenotter, Tüpfelbeutelmarder und des Dikdiks, musste der Zoo Leipzig bei anderen Arten traurige Verluste vermelden. Neben dem tragischen Verlauf der Elefantengeburt gelang es auch nicht, den Nachwuchs bei den Schneeleoparden und Mähnenwölfen aufzuziehen. Für das Jahr 2013 stellte Zoodirektor Dr. Junhold, der seit mehr als einem Jahr dem Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) als Präsident vorsteht, jedoch heute bereits die Fortsetzung der Bemühungen in Aussicht: „Eine unserer grundlegendsten Aufgaben und Anliegen ist es, bedrohte Tierarten zu erhalten. Dafür werden wir uns weiterhin in Abstimmung mit den internationalen Zuchtprogrammen engagieren.“ Im Zoo Leipzig stehen beispielsweise Geburten beim Schabrackentapir, Spitzmaulnashorn und Schimpansen an.

Gremienarbeit & Artenschutz
Pünktlich zur Weltkonferenz der IUCN (International Union for Conservation of Nature) ist der Zoo Leipzig im September Mitglied in der weltgrößten Naturschutzorganisation geworden. Damit verstärkt der Leipziger Tiergarten seine internationale Präsenz weiter. Kürzlich ist es zudem gelungen, mit den indischen Behörden einen Kooperationsvertrag – dem ersten seiner Art zwischen einem europäischen Zoo und Indien – abzuschließen. Künftig wollen die Partner mit gegenseitigen Schulungsaustauschen Wissen transferieren und beim Schutz bedrohter Arten zusammenarbeiten. Darüber hinaus konnte der Zoo Leipzig auch in seinen übrigen Artenschutzprojekten neue Fortschritte erzielen: Während in der Zuchtstation für Nasenfrösche in Chile bereits mehr als 130 Jungtiere leben, wurden in Borneo im Umfeld der Zuchtstation für das stark bedrohte Sabah-Nashorn zehn Hektar Lebensraum aufgeforstet.

Umsetzung des Masterplanes geht weiter
Auch 2013, im Jahr seines 135. Geburtstages, verfolgt der Zoo Leipzig seinen Weg zum „Zoo der Zukunft“ konsequent weiter. Nachdem der Leipziger Stadtrat im Juli 2012 grünes Licht für die Fortsetzung des ambitionierten Konzeptes gegeben hat, laufen die Vorbereitungen für die nächsten Modernisierungen. Rund 8,5 Mio. Euro sollen investiert werden. Zunächst erhalten die Amurleoparden ein übernetztes Gehege im Stil eines Felshangs mit Wasserlauf neben der Tiger-Taiga. Bis zum Jahresende 2013 soll die Anlage eingeweiht werden. Parallel dazu be-ginnen im nächsten Jahr die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Kongreßhalle sowie am neuen Ausgangsbereich, zu dem eine begehbare Flamingolagune sowie ein Zooshop gehören werden. „Die Evaluation der Phase II des Masterplanes sowie der öffentliche Zuspruch haben uns zum einen gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber zum anderen auch, dass wir in den historischen Zoobereichen noch viel zu tun haben“, schätzt Junhold den Status quo ein. „Dieser Aufgabe stellen wir uns als Zoo Leipzig auch im neuen Jahr.“

Quelle: PM Zoo Leipzig