Jahresinventur 2016 im Weltvogelpark Walsrode

Foto: Weltvogelpark Walsrode

Foto: Weltvogelpark Walsrode

4.124 Vögel aus 675 Arten: vom zwei Gramm leichten Kolibri bis zum Andenkondor mit einer Flügelspannweite von 320 Zentimetern – pünktlich zum Jahresanfang wird im Weltvogelpark Walsrode alles gezählt, vermessen und gewogen, was Federn und einen Schnabel hat. Rund zwei Monate vor dem Saisonstart machen die Biologen und Tierpfleger fünf Wochen lang Inventur, kontrollieren Listen und Datenblätter und aktualisieren die Bestandsbücher.

Dabei gestaltet sich nicht nur die Vogelzählung in den großen Freiflughallen oder etwa dem Regenwaldhaus äußerst anspruchsvoll, auch beim Gesundheitscheck ist Kreativität gefragt. Mit viel Feingefühl wird etwa anhand des Brustbeins der Vögel das Idealgewicht ertastet.

Im Sommer brüten in der Freiflughalle gleich mehrere Vögel gleichzeitig, in diesem Jahr waren es besonders die Dickschnabelreiher aus Madagaskar. Diese sitzen hoch in den Bäumen und somit ist es unmöglich, die Zahl der Jungvögel während der Saison zu erfassen, ohne bei der Brut zu stören und die Vögel unnötig zu stressen.

„Wir beobachten alle Tiere das ganze Jahr über genau, so dass uns kaum ein Vogelnachwuchs entgeht. Dennoch bringt erst eine konzentrierte Zählung Gewissheit über den Bestand. Bruterfolge gab es 2015 bei vielen Arten, besonders stolz sind wir auf die erfolgreiche Nachzucht bei den Kolibris oder den Felsenhähnen. Unter menschlicher Obhut ist Nachwuchs hier sehr selten, europaweit sind diese Zuchterfolge einzigartig“, verrät Weltvogelpark-Sprecherin Sonja Buchhop.

Mitunter ist die Inventurarbeit eine echte Geduldsprobe, bei der Waagen getarnt, Köder ausgelegt und stundenlang gewartet werden muss.

„Viele unserer Vögel sind handzahm, wie etwa unsere Flugshow-Stars oder unsere Pelikane und Pinguine aus den Showfütterungen. Das macht uns die Inventur ein wenig einfacher. Aber versuchen Sie einmal einen Kolibri auf die Waage zu locken“, schmunzelt Buchhop und gibt abschließend zu: „Im Zweifel gilt auch bei uns, Stress für die Vögel zu vermeiden. Hier hilft die jahrelange Erfahrung unserer Biologen.“

Übrigens: Bereits in wenigen Wochen kehren auch die Zugvögel in den Weltvogelpark zurück – darunter Weißstörche, Kanada-Graugänse, Rauchschwalben und Kraniche. Dann muss schnell noch einmal nachgezählt werden, bevor der Park am 18. März die neue Besuchersaison eröffnet.

Quelle: PM Weltvogelpark Walsrode