Jetzt ist es raus: Bonobo-Nachwuchs in der Wilhelma ist ein Junge

Foto: Wilhelma/Vollmer

Foto: Wilhelma/Vollmer

Das Geheimnis ist gelüftet. Bonobo Huenda, die in der Stuttgarter Wilhelma Ende November 2015 zum ersten Mal Mutter geworden ist, hat einen Jungen zur Welt gebracht. Der Kleine soll Makasi heißen. Aufschluss, ob das Jungtier ein Er oder eine Sie ist, gaben wie so oft bei den Menschenaffen Bilder, die Amateurfotografen unter den Besuchern der Wilhelma geschossen haben. Und ein Gentest hat jetzt ergeben: Sein Vater ist Kasai.

Das Geschlecht zu ermitteln, ist gar nicht einfach, so eng umschlungen, wie Mutter und Kind die ersten Monate verbringen. Die Tierpfleger sind froh über das Verhalten: „Huenda hat das bei ihrem ersten Kind von Anfang an toll gemacht und das Neugeborene dicht am Körper gehalten“, sagt Lisa Kühn. „Und das Kleine hat seine Babyrolle super eingenommen – fest geklammert und schön getrunken.“ Dazu passt der Name Makasi, der „stark“ bedeutet in Lingala, der Sprache im Kongo, der Heimat der Bonobos. „Zuerst war er natürlich müde“, erzählt Kühn, „aber inzwischen ist er ein ganz aufgewecktes Kerlchen, das glückliche Quietschgeräusche macht und sein Köpfchen reckt.“

Die anderen Bonobos interessieren sich sehr für das jüngste Familienmitglied, das 15. der Gruppe. Huenda passt gut auf ihren Sohn auf. Dessen Vater Kasai, der oft zu stürmisch ist, hält sie noch auf Distanz. Ihren kleinen Halbbruder Bobali, der gerade zweieinhalb Jahre alt ist, lässt Huenda aber schon mal einen näheren Blick auf Makasi werfen. Mit Nayembi, die Ende August ihre Tochter Nila bekommen hat, sitzt sie oft wie in einer Krabbelgruppe zusammen. Und Chimba nimmt eine Tantenrolle ein: Sie schaut nach Huenda, wenn die frisch gebackene Mutter zum Beispiel noch unsicher ist, wie sie das Baby sicher halten kann, während sie klettert.

Dass die für Atemwegserkrankungen anfälligen Bonobos auch im Winter wohl auf sind, verfolgen die Tierpfleger besonders genau. Seit das Jungtier Alima vor einem Jahr an Lungenentzündung gestorben ist, hat die Wilhelma das Menschenaffenhaus von Bautechnikern durchtesten lassen. Um die Gefahr von Luftzug zu minimieren, wurden die Belüftungsmöglichkeiten variabler und die Regelungstechnik individueller gestaltet sowie Türen ausgetauscht. Eine höhere Luftfeuchtigkeit verbessert zudem das Klima. „Dass unsere beiden Neugeborenen Nila und Makasi mit ihrem noch nicht so robusten Immunsystem so weit gut über ihren ersten Winter gekommen sind, werte ich als ein Zeichen, dass die Maßnahmen greifen“, sagt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. „Man kann nie ausschließen, dass sich ein Tier einmal erkältet, aber jetzt sind die Bedingungen optimiert, dass es dann schneller genesen kann.“

Quelle: PM Wilhelma