Junge Kragenechsen in der Wilhelma geschlüpft

Foto: Wilhelma

Foto: Wilhelma

Einer der urtümlichsten Bewohner haust ganz im Zentrum der Wilhelma: der Chlamydosaurus. Im großen Glas-Sechseck vor der Krokodilhalle ist die Kragenechse, die bei Gefahr einen Furcht erregenden Auftritt hinlegt, hervorragend rundum zu beobachten. Derzeit steht sie besonders im Blickpunkt, weil am 27. August Nachwuchs geschlüpft ist. Jetzt einen Monat alt sind vier nur fingerlange Jungtiere in einem Terrarium in Sichtweite untergebracht, so dass man Groß und Klein prima vergleichen kann.

Zusammenbringen dürfen die Tierpfleger die Eltern mit ihren Kindern noch nicht. Denn die Echsen kennen keine Brutpflege. Der Nachwuchs wäre in Gefahr, von seiner Verwandtschaft verspeist zu werden. Rund vier Wochen lang sind die Jungtiere nun im Aquarien- und Terrarienhaus des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart zu sehen. Dann entwachsen sie ihrer Kinderstube und verschwinden zunächst hinter den Kulissen, bis sie groß genug sind, ihre Eltern zu treffen. Ausgewachsen erreichen Männchen eine Gesamtlänge von fast einem Meter – wobei der Schwanz zwei Drittel ausmacht.

Das tagaktive Reptil aus der Familie der Agamen lebt im Norden Australiens und an der Südküste Neuguineas. In diesen heißen Regionen verbringt die Kragenechse viel Zeit auf Bäumen, wo sie sich gerne senkrecht an den Stamm gekrallt ausruht. Den Baum verlässt sie meist nur, wenn sie auf Jagd nach Insekten, Ameisen und kleineren Echsen geht. Um Energie zu sparen, kann sie in der Trockenzeit ihre Stoffwechselrate herabsetzen. Die Bezeichnung Schuppenkriechtier täuscht aber darüber hinweg, dass die Kragenechse äußerst behände ist. Sie kann meterweit springen und auf ihren überlangen Hinterbeinen aufrecht schnell laufen. Kragenechsen können ihre Halskrause schirmartig aufspannen kann – daher ihr Name. Bei Gefahr reißt sie dazu ihr Maul auf, zischt und peitscht mit dem langen Schwanz, um Feinde wie Warane, Schlangen und Dingos abzuschrecken oder auch Rivalen zu vertreiben. Gelingt der Überraschungseffekt, nutzt die Kragenechse die Schrecksekunde, um mit dem rettenden Vorsprung die Flucht zu ergreifen.

Quelle: PM Wilhelma