Junge Wölfe im Wildpark Lüneburger Heide werden geimpft

Junge Wölfe - Foto: Wildpark Lüneburger Heide

Junge Wölfe – Foto: Wildpark Lüneburger Heide/Thomas

Wenn Wolfskinder zum Tierarzt müssen
Ein aufregender Tag für die Timberwolf-Welpen im Wildpark Lüneburger Heide

Jeder, der ein Haustier hat, muss mit seinem Liebling mal zum Tierarzt. Auch die Tiere im Wildpark Lüneburger Heide müssen selbstverständlich regelmäßig tierärztlich untersucht werden. Für die Timberwolf-Welpen und die jungen Fischotter stand so ein Termin jetzt an – im Grunde Routine. Aber da Wölfe und Fischotter nun mal keine zahmen Haustiere sondern Wildtiere sind, ist der Besuch des Tierarztes immer eine aufregende Sache. Für Tiere und Pfleger gleichermaßen.

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Schon lange bevor Tierarzt Dr. Jörg Kaling aus Hanstedt mit seinem Transporter anrückt, hat Tierpfleger Jens Pradel an diesem Morgen seine Kollegen um sich geschart. Um die vier Timberwolf-Welpen einzufangen und auf dem Untersuchungstisch zu halten werden später viele Hände benötigt. Der Nachwuchs von Ole und Summer ist nämlich inzwischen schon gut acht Wochen alt und recht kräftig geworden. Nicht nur die Pfleger sind ein wenig nervös, auch die Tiere merken, dass etwas an diesem Morgen anders ist, als sonst. Für die lautstarke Kulisse sorgen die Braunbären, die sonst um diese Uhrzeit schon längst ihr morgendliches Bad im Gehege genommen haben. Sie müssen noch etwas Geduld haben und in ihren Schlaf-Käfigen bleiben. Ihren Unmut darüber bringen die beiden massigen Tiere deutlich zum Ausdruck: Mit ihren kräftigen Tatzen hämmern sie gegen die Käfigtüren und erzeugen so einen ohrenbetäubenden Lärm. Aber es hilft nichts. Das Gehege ist an diesem Morgen für Ole und Summer reserviert.

Findelkinder können in der Auffangstation im Wildpark Lüneburger Heide aufgepäppelt werden. - Foto: Wildpark/Thomas

Foto: Wildpark/Thomas

Jens Pradels Handy klingelt, der Tierarzt ist im Anmarsch. Jetzt geht es los. Zunächst einmal müssen Ole und Summer ins Nachbargehege gelockt werden – weg von ihren Welpen. Hier ist Teamwork gefragt. Während ein Pfleger die beiden erwachsenen Wölfe mit Leckerbissen – Fleischhappen und Eiern – anlockt, beobachtet Jens Pradel den „Schieber“ – eine Tür, die beide Gehege voneinander trennt. „Sie sind durch, Schieber zu“, ruft Pradel einer weiteren Kollegin zu, die schnell den Mechanismus zum Schließen der Tür betätigt. Geschafft! Das ging reibungslos. Jetzt sind nur noch die vier Jungen im Gehege.

Inzwischen ist Dr. Jörg Kaling da. Schnell werden ein Tisch ins Gehege zu den „Patienten“ getragen und die nötigen Untersuchungsinstrumente bereit gelegt. „Die Prozedur soll schnell über die Bühne gehen, damit die Tiere so wenig Stress wie möglich haben“, sagt Jens Pradel, der versucht, die Welpen mit Futter anzulocken. Aber die vier „Halbstarken“ trauen dem Ganzen nicht. Wie an der Perlenschnur aufgereiht sitzen sie vor ihrem Bau und beobachten die komischen Dinge, die da in ihrem Gehege passieren. Jetzt ist Zupacken angesagt. Pradel geht zielstrebig auf die Welpen zu, die sofort Schutz im Bau suchen. Ein gezielter Griff und der erfahrene Tierpfleger hat einen jungen Wolf im Nacken gepackt. Auf dem Untersuchungstisch hält Pradel den Wolf mit kräftigem Griff fest. Man merkt dem Tier an, dass es sich unwohl fühlt. Aber die kleine Wolfsdame gibt keinen Mucks von sich. Kein Wimmern, Heulen oder Bellen.

Wolfswelpen - Foto: Wildpark Lüneburger Heide

Foto: Wildpark Lüneburger Heide/Thomas

Für Jens Pradel, seine Kollegen und Tierarzt Kaling bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Die Untersuchung der Wölfe hat länger gedauert als erwartet. Die nächsten „Patienten“ – zwei junge Fischotter – warten schon auf ihre Untersuchung. Die ersten Besucher sind auch schon im Park – eine Kindergartengruppe, die neugierig versucht, einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Während Pradel auf die Spitzen Zähne der jungen Otter aufpassen muss, findet er noch Zeit, die Kinder zu beruhigen: „Das ist alles nicht schlimm. Die Tiere werden nur untersucht und geimpft. Genau so, als wenn ihr zum Arzt geht.“ Hier verläuft ebenfalls alles reibungslos. Chippen, Impfen, Untersuchen – alles gesund. Auch jetzt bleibt für die Pfleger nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn die anderen Tiere im Park wollen versorgt werden, warten auf Futter. Routine für Jens Pradel und seine Kollegen.

Quelle: PM Wildpark Lüneburger Heide