Klirrende Kälte – Kein Problem für die Zootiere in Krefeld

Foto: Zoo Krefeld

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Endlich ist er da – der Winter. Klirrende Kälte? Die stellt für die Zootiere in Krefeld kein Problem dar. Entweder sie haben ein dichtes Fell, eine dicke Fettschicht oder sie leben in einem der drei temperierten Tropenhäuser des Krefelder Zoos.

Besonders das Schneeleopardenpaar Patan und Dari und ihr knapp einjähriger Nachwuchs freuen sich über den Frost. Als Hochgebirgsbewohner aus dem Himalaya sind sie perfekt vorbereitet. Ihr Fell ist lang und sehr dicht, so dass sich zwischen den Haaren kleine warme Luftpolster bilden, die helfen, die Körpertemperatur zu halten. Der lange, buschige Schwanz wird beim Ruhen dicht vor die Nase gelegt und erwärmt die Atemluft, bevor sie eingeatmet wird. Das spart Energie. Ihr Pelz wird den Tieren in der freien Wildbahn zum Verhängnis, wenn sie Opfer illegaler Jagd werden. Sie gehören zu den stark bedrohten Tierarten.

Auch Moschusochsen sind wahre Kältekünstler. Sie haben eine dichte Unterwolle und das längste Haar im Tierreich. Bis zu 90 Zentimeter können Deckhaare lang werden. Ähnlich sieht es bei den Trampeltieren aus. Auch wenn die zweihöckrigen Kamele Wüstenbewohner sind, macht ihnen der Frost keine Schwierigkeiten. Ihnen wächst ein warmes Winterfell, so dass sie nachts sogar draußen schlafen können.

Pinguine stehen als Symbol für Kälte schlechthin. Sie leben im ewigen Eis der Antarktis oder deren vorgelagerten Inseln und die eisige Kälte kann ihnen nichts anhaben. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Von 17 Pinguinarten leben nur acht tatschlich im Eis. Die restlichen neun Arten bevorzugen gemäßigte Temperaturen. Sie leben an den Küsten in Neuseeland, Australien, Südafrika und Südamerika. So auch die Humboldt-Pinguine im Krefelder Zoo. Sie haben nur eine dünne Fettschicht und sind vom Kälteeinbruch daher nicht so begeistert. Bei Dauerfrost ziehen sie gar in ihr Warmhaus um, das in der neuen Anlage integriert wurde.

Kalte Füße können auch hilfreich sein. Wasservögel überstehen mit kalten Füßen den stärksten Frost. Sie halten nur die Körperkerntemperatur aufrecht und senken die Temperatur in den äußeren Körperbereichen, indem sich dort die Blutgefäße verengen. So strömt weniger körperwarmes Blut in die Füße und weniger kaltes Blut zurück zum Herz. Auf diese Weise geht keine lebenswichtige Körperwärme verloren.

Kräftig geheizt wird zur Zeit für Menschenaffen, Vögel und Regenwaldbewohner, denn Tiere aus den Tropen haben weder Unterwolle noch Fettschicht. Ihre Häuser sind daher ganzjährig auf angenehme 20 bis 25° Celsius temperiert. So fühlen sich die munteren Saki-Äffchen im Regenwaldhaus auch im tiefsten Winter wohl. Im Vogelhaus kommt trotz Winter Frühlingsstimmung auf. Die Prachtfruchttauben ziehen dort gerade ihren Nachwuchs groß.

Quelle: PM Zoo Krefeld