Ko​operation zwischen d​em Nationalpark Harz​ und der Serengeti-P​ark-Stiftung​

Foto: Serengeti-P ark

Am Donnerstag den 14.02.2013, etwa um 01:30 reißt das laute Klingeln des Mobiltelefons den Luchsforscher aus dem Schlaf. Die SMS kommt von einem sogenannten Fallensender. Dieser meldet via Satellit, dass sich die Klapptür der Kastenfalle soeben geschlossen hat. Die besagte Falle steht schon seit etlichen Tagen am Luchsschaugehege des Nationalparks Harz an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. Innerhalb von Minuten sind die notwendigen Rucksäcke mit der Fangausrüstung auf dem Pickup verstaut und eine halbe Stunde darauf erreicht der Wagen das Luchsgehege. Im Licht der Taschenlampen legen die Forscher den Weg zur Falle zurück. Im Schein der Lampen leuchtet das Augenpaar eines Luchses aus der geschlossenen Falle. Schnell wird eine Narkosespritze vorbereitet. Eine ausgewachsene Luchsin von 19,5 Kilogramm Gewicht und damit bei weitem kräftig genug, um einen GPS-Halsbandsender zu erhalten. Seit Anfang 2008 wird die Radiotelemetrie in Form von Senderhalsbändern im Harz angewandt um Informationen über die scheuen Katzen, die meist nur in der Dämmerung und Nachts unterwegs sind, zu erhalten.

Bereits im Jahr 2000 begann das Luchsprojekt Harz mit der Wiederansiedlung von Gehegenachzuchten. Im Sommer 2002 gab es den ersten wildgeborenen Nachwuchs. Heute sind mehr als 100 Jungtiere in freier Wildbahn geboren. Einige der jungen Luchse wandern aus dem Harz ab und sorgen so in der Zukunft hoffentlich für die Vernetzung zu anderen Luchspopulationen, wie die im bayerisch/ böhmischen Grenzgebiet. Die Luchspopulation im Harz ist damit eine der wenigen in Europa, die eine echte Expansionstendenz zeigen und damit zunehmend von Bedeutung für den weiteren Schutz der Art sind.

Die Serengeti-Park-Stiftung möchte dieses bedeutende Luchsprojekt unterstützen und begann eine Kooperation mit dem Nationalpark Harz. Die Luchsin die am 14. Februar im Harz gefangen wurde, bekam das von der Serengeti-Park-Stiftung gesponserte Senderhalsband angelegt. Dieses wird dreizehn Monate lang zweimal täglich die Position der Luchsin preisgeben und den Forschern so wichtige Informationen über ihre Wege durch den Harz, die Größe ihres Streifgebietes und auch über ihren Nahrungserwerb liefern. Danach wird sich das Halsband automatisch wieder vom Hals des Tieres lösen.

Besonders interessant ist diese Luchsin (F2), da sie bereits 2010 schon mal am Sender war. Sie nutzte in dieser Zeit ein 117 Quadratkilometer großes Streifgebiet im Norden des Harzes zwischen Bad Harzburg, Wernigerode und dem Brocken. Nun wird es spannend zu erfahren, ob sich seither Veränderungen ergeben haben. Konnte sie ihr Revier gegenüber anderen Weibchen behaupten oder werden ihre Wege andere sein als noch vor zwei Jahren?

Wer regelmäßig Informationen über die Luchsin F2 lesen möchte, kann dies auf den Internetseiten der Serengeti-Park-Stiftung oder des Nationalpark Harz tun.
Wer einen Luchs gerne mal aus der Nähe sehen möchte, kann sich Luchse im Schaugehege des Serengeti-Parks oder des Nationalparks Harz an der Rabenklippe anschauen. Mit solchen Schaugehegen sollen die Besucher auf die Einmaligkeit und Friedfertigkeit der Luchse sowie auf die wichtige Funktion im Haushalt der Natur und die Erhaltungsbemühungen im Harz aufmerksam gemacht werden.

Quelle: PM Serengeti-Park Hodenhagen GmbH