Kölner Zoo bringt gemeinsam mit Partnerorganisationen bedrohte Echsen auf Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens

Foto: Simon Pannock

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Großer internationaler Erfolg für den Kölner Zoo und seine Projektpartner in Vietnam: Seine deutsch-vietnamesische Forschergruppe hat mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, dass zwei vom Aussterben bedrohte Reptilien – die urtümliche Krokodilschwanzechse und der farbenprächtige Psychedelische Felsengecko – jüngst auf Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) gelistet wurden. Der Psychedelische Felsengecko kommt nur auf einer kleinen, Südvietnam vorgelagerten Inselgruppe vor. Die Krokodilschwanzechse ist nur noch in vereinzelten Waldrelikten im Norden Vietnams und in Südchina zu finden. Beide Arten sind durch Lebensraumzerstörung und Wilderei für den Tierhandel ernsthaft in ihrer Existenz bedroht. In Vietnam hat der Kölner Zoo mit seinen Langzeitpartnern vor Ort bereits Aufzuchtstationen für diese bedrohten Echsen mitaufgebaut. Das Bundesumweltministerium hat die Arbeit des Zoo Köln unterstützt und auf Basis dieser Forschung die Einreichung und Abstimmung von Listungsanträgen mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorangetrieben und bei der CITES Vertragsstaatenkonferenz verhandelt.

Es ist weltweit das bislang erste Mal, dass ein Zoo ein Projekt dieser Art von Anfang bis Ende maßgeblich gesteuert hat. So hat der Kölner Aquariumsleiter Dr. Thomas Ziegler mit seinen vietnamesischen Forscherkollegen die zuvor nur aus China bekannte Krokodilschwanzechse 2003 erstmals für Vietnam nachweisen können. Im Anschluss hat seine Kölner Doktorandin Mona van Schingen die Lebensweise und Vorkommensdichte erforscht und auf die Bedrohung der Echsenart aufmerksam gemacht. Kürzlich konnte das deutsch-vietnamesische Team sogar herausfinden, dass sich die kaum mehr 200 wildlebenden vietnamesischen Krokodilschwanzechsen von den chinesischen, noch knapp 1000 Tiere umfassenden Vorkommen unterscheiden und daher noch schutzbedürftiger sind.

Großer Erfolg für den langjährigen Forschungseinsatz: Anfang Oktober entschied die 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im südafrikanischen Johannesburg, die von Deutschland initiierten und durch die EU gemeinsam mit Vietnam und China eingereichten Anträgen anzunehmen und sowohl den Psychedelischen Felsengeckos als auch den Krokodilschwanzechsen den höchsten internationalen Schutzstatus zukommen zu lassen. Prof. Theo B. Pagel, Direktor des Kölner Zoos: „Das ist eine herausragende Bestätigung für den wissenschaftlichen Artenschutz, den wir hier in Köln betreiben. Der Erhalt der natürlichen Vielfalt ist mittlerweile eine der wichtigsten Aufgaben, die Zoos haben. Sei es durch von Zoos aufgebaute Erhaltungszuchtprojekte oder durch Einsatz direkt vor Ort, also im natürlichen Lebensraum der Art. Zoos in aller Welt unternehmen dafür große Anstrengungen.“

Dr. Truong Quang Nguyen, Kooperationspartner des Kölner Zoos vom Institut für Ökologie und Biologische Ressourcen (IEBR) in Hanoi, freut sich: „Vietnam ist sehr glücklich darüber, dass weitere Vertreter seiner teils einzigartigen Artenvielfalt nun internationalen Schutz erfahren haben.“ Dr. Thomas Ziegler: „Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass Zoos durch Forschung, ihre zoobiologische Expertise und internationale Netzwerke den Schutz bedrohter Arten maßgeblich vorantreiben können. Es zeigt, welche Rolle moderne, wissenschaftlich geführte Zoos im internationalen Artenschutz spielen können.“

Quelle: PM Kölner Zoo