Kölner Zoo stellt Okapi-Jungtier vor – im Mai 2016 geboren

Foto: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Foto: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Am 6. Mai 2016 ist im Kölner Zoo ein weibliches Okapi zur Welt gekommen. Es ist die erste Kölner Okapi-Geburt nach neun Jahren Zuchtpause. Die Tragzeit betrug 450 Tage. Das Jungtier heißt „Jamili“. Dies bedeutet auf Swahili so viel wie „liebenswert“. Die Mutter, die zehnjährige „Hakima“, ist im Oktober vergangenen Jahres trächtig aus Antwerpen nach Köln gekommen. Vater ist Bulle „Henry“. Er deckte „Hakima“ in Antwerpen. Mittlerweile lebt „Henry“ im Safaripark Beekse Bergen in den Niederlanden. Der in Köln lebende Bulle „Dayo“, der im September 2013 aus dem französischen Beauval nach Köln kam, ist somit nicht der Vater des Nachwuchses. Als viertes Tier neben „Jamili“, „Hakima“ und „Dayo“ lebt die 21-jährige „Kisanga“ in Köln. Der Kölner Zoo hält seit 1994 Okapis. Mit „Jamili“ wurden seitdem bereits fünf Jungtiere hier in Köln geboren.

Das Okapi, auch Waldgiraffe genannt, wurde erst 1901 für die Wissenschaft entdeckt. Es ist neben der Giraffe der zweite Vertreter aus der Familie der Giraffenartigen. Okapis haben eine Schulterhöhe von 135 bis 160 cm. Die Männchen sind kleiner und leichter als die Weibchen, allerdings tragen nur sie zwei spitze hautbedeckte Knochenzapfen auf der Stirn. Wie die eigentlichen Giraffen, so haben auch die Okapis eine lange, blaue Zunge, die bis zu 25 cm ausgestreckt werden kann, um Nahrung zu greifen oder das Fell zu säubern. Okapis leben meist als Einzelgänger im dichten Unterholz und auf Lichtungen des afrikanischen Regenwalds in einem eng begrenzten Gebiet im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Es gibt keine feste Paarungszeit. Die Jungtiere, die wie Giraffen eine Stehmähne haben, liegen in den ersten Lebenswochen ab und folgen erst danach der Mutter. Okapis sind mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Der natürliche Feind der Okapis ist der Leopard.

Das Okapi ist laut den Gesetzen des Kongo streng geschützt und ein nationales Symbol. Auf der Roten Liste der IUCN wird das Okapi als „gefährdet“ eingestuft. Es gibt keine verlässlichen Zahlen über die Anzahl der Okapis in der Wildnis. Die Bestände nehmen ab. Lebensraumzerstörung ist eine große Bedrohung für die Okapis, ebenso wie die Jagd auf sie für Fleisch und Fell. Eine große Bedrohung für die Okapis ist die Präsenz von bewaffneten Gruppen in und in der Nähe von Schutzgebieten, die Naturschutz behindern und Wilderei und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unterstützen.

Der Kölner Zoo unterstützt seit vielen Jahren die Gilman Foundation, die das Okapi Conservation Project koordiniert. Ziel dieses Projektes ist es, mit dem Okapi Wildlife Reserve ein natürliches Waldgebiet zu erhalten. Dort werden Wildhüter ausgebildet und ausgestattet, Infrastrukturen zum Schutz von Habitat und Wildtieren aufgebaut und die Bevölkerung wird in Bezug auf nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, alternativer Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion unterstützt.

Im Juni 2012 wurde die Hauptverwaltung des Okapi Wildlife Reserve von Rebellen attackiert und zerstört. Sieben Menschen wurden getötet und ebenso alle 14 Okapis in den Gehegen.

Das Internationale Zuchtbuch dieser Art wird in Antwerpen geführt. In Europa leben derzeit 65 Okapis in 20 Zoos. Davon leben 19 Tiere in sechs deutschen Zoos.

Quelle: PM Kölner Zoo