Kölner Zoo: Trampeltier Gruppe ist seit dem 13. Dezember um ein weiteres Mitglied angewachsen

Foto: Simon Pannock

Die am 3. Mai 2015 im Dortmunder Zoo geborene Stute „Charlotte“ ist am 13. Dezember in den Kölner Zoo gezogen. Sie hat sich gut hier eingelebt und wurde schnell von den drei anderen akzeptiert. Die 13- jährige Lea ist die älteste Stute, die 2-jährige Nelly kam im Frühjahr in die Gruppe und der 6 jährige Hengst Ivan lebt seit über einem Jahr hier. Trampeltiere sind Haustiere. Ob sie von den derzeit (noch) lebenden Wildkamelen direkt abstammen ist unklar. Ihre Wolle, Fleisch und Milch werden im Iran, in Afghanistan, Pakistan, Kasachstan, der Mongolei und in China genutzt. Zudem dienen sie als Reit- und Lasttiere. In den Jurten der Nomaden wird ihr Dung nach wie vor als Brennmaterial verwandt.

Zoologisch gehören Trampeltiere, die auch als Hauskamele bezeichnet werden, und ihre nächsten Verwandten die Wildkamele zu den Paarhufern und hier zu den Schwielensohlern, genau wie das einhöckrige Dromedar. Die beiden Zehen liegen einem bindegewebigen Polster auf, das von einer dicken Hornsohle umgeben ist. Kamele bewegen sich im Paßgang, d.h. die Beine einer Seite werden gleichzeitig angehoben und aufgesetzt.

Die Stuten bringen meist nur alle zwei Jahre Fohlen zur Welt. Dies gilt auf jeden Fall für Wildkamele. Deren niedrige natürliche Geburtenrate macht den Aufbau einer Zuchtpopulation in der Mongolei schwierig.

Diese ist aber unbedingt notwendig, denn ihr Bestand in den wenigen weit auseinander liegenden Rückzugsgebieten in Nordwest-China und im Süden der Mongolei wird auf nur noch etwas mehr als 900 Individuen geschätzt. Wildkamele gehören zu den Tierarten, die als kritisch gefährdet eingestuft werden. Man geht davon aus, dass ihr Bestand in den nächsten 50 Jahren um 80% zurückgeht, wenn die Bedrohungsursachen nicht deutlich reduziert werden. Konkurrenz mit Haustieren an den wenigen verbliebenen Oasen führt nicht nur zur Verdrängung sondern auch zu Wilderei, um den Haustieren Platz zu verschaffen. Sie werden aber auch wegen ihres Fleischs gejagt. Zunehmende Erschließung der letzten Lebensräume und illegaler Abbau von Bodenschätzen bedrohen den Fortbestand der Art zusätzlich. Wildkamele sind weniger wuchtig als Trampeltiere. Im Vergleich wirken sie fast zierlich mit ihren kleinen, weiter auseinanderstehenden Höckern. Beiden ist die genügsame Lebensweise gemeinsam. Sie leben von spärlicher Vegetation aus harten Gräsern, Kräutern und Sträuchern, die wiedergekaut und im Pansen von Mikroben aufgeschlossen wird. Auch im Zoo darf die Nahrung nicht zu reichhaltig sein, da ansonsten Verdauungsstörungen auftreten können. Wild- und Hauskamele sind in der Lage bis zu 14 Tage ohne Wasser auszukommen. Während dieser Phasen kommt es zu Gewichtsverlusten von bis zu 25%, die sie bei Zugang zum Wasser innerhalb eines Tages ausgleichen können.

Während Wildkamele in keinem Zoo zu betrachten sind, halten viele Zoos Trampeltiere. Wir hoffen mit Hilfe des Neuzugangs in den nächsten Jahren zu deren Bestandserweiterung beizutragen.

Quelle: PM Kölner Zoo