Kölner Zoo wird 22 Millionen US-Dollar erben

Foto: Simon Pannock

Die US-Amerikanerin Elizabeth Reichert wird dem Kölner Zoo nach ihrem Tod rund 22 Millionen Dollar vererben. Die Summe wird gestückelt und über einen langen Zeitraum ausbezahlt. Zoo-Vorstand Christopher Landsberg steht seit etwa zwei Jahren mit der in der Nähe von Philadelphia lebenden gebürtigen Kölnerin in Kontakt. Landsberg hat in dieser Zeit alle organisatorischen und rechtlichen Fragen rund um das Erbe geklärt. „Uns als Zoo macht es natürlich sehr froh, auf diese Art bedacht zu werden. Es zeigt, wie viel Vertrauen uns als Kölner Institution mit ihren vielfältigen Bildungs-, Erholungs- und Artenschutzaufgaben entgegengebracht wird“, erklärt Christopher Landsberg.

Die 22 Millionen Dollar werden gestaffelt ausbezahlt. Die Summe wird dafür in eine eigens gegründete Stiftung eingebracht. Diese überweist dem Zoo die jährlichen Zinserträge. Christopher Landsberg: „Wir erhalten das Geld nicht auf einen Schlag, sondern in Dividendenform als jährlichen Zuschuss. Wir machen hier also keinen Geldspeicher auf, sondern sichern dem Zoo in Zeiten kontinuierlich zurückgehender öffentlicher Förderung langfristig einen wichtigen Zuschuss.“

Zoodirektor Prof. Theo B. Pagel ergänzt: Frau Reichert und uns erscheint das als der beste und nachhaltigste Weg, um den in seinem Unterhalt sehr aufwendigen Zoo kontinuierlich bei seinen vielen Aufgaben weiterentwickeln zu können.“ So sollen Teile der Summe z.B. in die Sanierung des 1899 eröffneten und unter Denkmalschutz stehenden Alten Südamerikahauses fließen. Der Zoo möchte seinen Gästen mit diesem ambitionierten Projekt eine attraktive Regenwaldlandschaft präsentieren, in der sich Affen, Vögel und andere Tiere Mittel- und Südamerikas frei bewegen können.

Die Höhe der jährlichen Zinsausschüttung ist schwer einzuschätzen. Sie hängt von der Entwicklung am Finanzmarkt ab. Zu rechnen ist mit einer jährlichen Summe zwischen 600.000 und 1 Million Euro, die dem Zoo zugutekommen.

Elizabeth Reicherts Wahl fiel auf den Kölner Zoo, weil sie mit dem Erbe möglichst vielen Menschen in Köln und dem Rheinland langfristig Nutzen bringen will. Sie wählte den Kölner Zoo, weil hier rund eine Millionen Menschen Jahr für Jahr gemeinsam mit Familie und Freunden Entspannung und Erholung finden und mehr über Tiere erfahren. Rund 20.000 Schüler besuchen jährlich die Kölner Zooschule und werden dort zukunftsweisend für den Umweltschutz sensibilisiert. Zudem sind die Biologen des Kölner Zoos bei mehr als 20 Artenschutzprojekten im Einsatz. Der Zoo hat dafür allein seit 2010 rund 1,2 Millionen Euro bereitgestellt.

Reicherts hatte ein hartes Leben. Als Jude musste sie sich gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann in Köln verstecken. Später sind sie erst nach Israel ausgewandert und wurden erfolgreiche Unternehmer, bevor es in die USA ging.

Quelle: PM Kölner Zoo und zoogast.de

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