Kölner Zoo: Ungeplante Nachzucht bei Sibirischen Tigern

Foto: Simon Pannock

Das Sibirische Tigerweibchen „Hanya“ hat vor vier Tagen im Kölner Zoo drei Jungtiere zur Welt gebracht. Vater ist Hanyas anderthalbjähriger Sohn „Jegor“. „Diese Schwangerschaft war von uns weder gewünscht noch vorhersehbar. Dennoch werden wir für die drei Jungtiere sorgen und sie gemäß unserer hohen tierhalterischen Standards aufziehen“, erklärt Theo Pagel, Direktor des Kölner Zoos.

Geschlechtsreife setzte ungewöhnlich früh ein
Jegor lebt mittlerweile im Münchner Tierpark Hellabrunn. Der Umzug fand im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) statt. Offenbar deckte er seine Mutter noch vor der Übersiedlung nach Süddeutschland. „Bei männlichen Sibirischen Tigern setzt die Geschlechtsreife normalerweise mit 2 bis 3,5 Jahren ein. Jegor war offensichtlich bereits mit weniger als 1,5 Jahren zeugungsfähig. Das ist über die Maßen früh. Aus keinem anderen europäischen Zoo ist uns ein vergleichbarer Fall bekannt“, erklärt Pagel. „Das Sozialleben unserer Sibirischen Tigerfamilie wies keinerlei Auffälligkeiten auf. Daher haben wir den Verband bis zu Jegors Umsiedlung intakt und in einem Gehege gehalten. Mit der aktuellen Entwicklung war aus zoologischer Sicht nicht zu rechnen.“

Verzicht auf Europäisches Erhaltungszuchtprogramm
Noch ist offen, ob alle drei Tiere durchkommen. Dies ist allerdings nicht ungewöhnlich. Auch bei kontrollierter Zucht oder bei Nachwuchs in freier Wildbahn kommt es vor, dass nicht alle Tiger überleben. Nach aktuellem Stand kann ausgeschlossen werden, dass die noch namenlosen Tiger einen genetischen Defekt aufweisen. Trotzdem verzichtet der Kölner Zoo vorsorglich darauf, die Tiere im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) einzusetzen. Sie verbleiben zunächst bei ihrer Mutter und werden im Kölner Zoo nach modernsten zoologischen Standards betreut und aufgezogen. Sobald sie ausgewachsen sind, werden sie vom Kölner Zoo in andere Zoos vermittelt.

Quelle: PM Zoo Köln