Komodowaran Castor im Denver Zoo erhält eine Physiotherapie

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Castor, ein 20-jähriger Komodowaran, der im Denver Zoo im US-Bundesstaat Colorado lebt, bewegt sich schon ein wenig leichter, dank der heilenden Hände einer erfahrenen Tier-Physiotherapeutin. Tierpflegern war bei der Reinigung von Castors Gehege aufgefallen, dass es weniger Schwanzspuren im Sand gab, ein Hinweis darauf, dass er nicht mehr so aktiv wie früher war. Er verbrachte auch wesentlich mehr Zeit als früher in seinem Pool, vielleicht um dem Druck in seinen Gelenken entgegen zuwirken. Die Tierärzte des Zoos, diagnostizierten Arthritis und eine Versteifung in Hüften und Knien. Danach wurde überlegt, wie man ihm helfen könnte sich wohler zu fühlen.

Neben den schmerzlindernden Behandlungen, die ihm das Tierärzteteam des Zoos bieten konnte wollte man sicherstellen, dass man auch alles getan hatte um Castors Mobilität zu steigern. Nachdem sich das Ärzteteam auch über unübliche Methoden Gedanken gemacht hatte, kontaktierten sie Tammy Wolfe, die Eigentümerin und Betreiberin des „The Body Shop K9“, einem Therapiezentrum für Hunde in Arvada. Sie wurde gefragt, ob sie sich auf das Abenteuer einzulassen würde, einen Komodowaran zu behandeln. Tammy hatte schon mit einer Reihe von anderen Tieren im Denver Zoo, darunter ein Kamel, ein Seelöwe, ein Gerenuk und mehrere große Vögeln gearbeitet. Es wäre ihre erste Therapie für ein Reptil – ein bisschen weniger süß und kuschelig, als ihre tägliche Arbeit mit Schoßhündchen. Tammy zögerte aber nicht das Experiment zu wagen, wenn sie damit helfen könnte Castor das Leben etwas angenehmer zu machen.

Die entscheidende Frage war, ob sie in der Lage wäre ihre Hände auf Castor zu legen. Während der Komodowaran an den Umgang mit seinen Tierpflegern gewohnt war, wäre der Geruch von Tammy neu und die Tierpfleger waren sich nicht sicher, wie er reagieren würde. Weil die Berührung und die Manipulation der Gelenke und der Wirbelsäule wichtige Komponenten von Tammys Technik sind, wurde dies die erste Herausforderung, mit der sie zu konfrontiert war.

Während der ersten Sitzung, tolerierte Castor etwa 15 Minuten die Berührungen von Tammy. Das war ein sehr spannender erster Schritt. Man beschloss mit Castor noch mehrere Sitzungen zu planen um festzustellen, ob er die Behandlung auch weiterhin zulassen würde und ob die Physiotherapie ihm helfen würde beweglicher zu werden. Seit November 2013 hat Castor nun regelmäßige Sitzungen mit Tammy und er erhält auch einige kleinere Behandlungen von seinem Pfleger mit Techniken, die Tammy ihm ihren Besuchen beibrachte.

Während ihrer Arbeit mit dem Komodowaran konzentrierte die Therapeutin sich auf die Wirbelsäule und das rechte hintere Bein. Er fühlte sich bei jedem Besuch von Thammy wohler und gestatte ihr ihn immer länger zu behandeln. Während sie arbeitete, begann er sich immer besser zu entspannen und schloss schließlich sogar während der Behandlung die Augen. Immer wenn sie begann, neue Bereiche zu behandeln, blinzelte er ein wenig, um danach sofort wieder zu relaxen.

Am Ende des ersten Monats der Behandlung gab es klare Anzeichen, dass die Physiotherapie es Castor ermöglicht sich schmerzfreier zu bewegen. Die Pfleger sahen immer mehr Schwanzspuren im Sand als sie sein Gehege reinigten und Castor verbrachte auch weniger Zeit in seinem Pool. Zudem sahen die Tierpfleger, als ihn in seinem Gehege beobachteten, deutlich mehr Bewegungen seiner Wirbelsäule und Hüften. Wenn Tammy Castor heute besucht scheint es, dass der Komodowaran die Therapeutin nicht mehr nur toleriert, sondern ihre Besuche regelrecht genießt.

In Zusammenarbeit haben es die engagierten Tierpfleger und Tiermedizinischen Teams des Denver Zoos gemeinsam mit dem Know-how von Tammy Wolfe geschafft, Castor ein weit angenehmeres Leben zu ermöglichen. Obwohl man zuerst nicht sicher war, ob man in der Lage wäre neue Möglichkeiten zu finden, um dem 55-Kilo-Reptil zu helfen. Es gibt nicht immer ein Handbuch indem steht wie Tierpfleger ihre Tiere am besten behandeln können, aber das Team des Denver Zoo wollte alles in ihrer Kraft Stehende tun, damit sich Castor besser fühlen würde. Dies ist nur ein Beispiel für die leidenschaftliche Hingabe der Mitarbeiter des Denver Zoos für die 4000 Tiere in ihrer Obhut.

Quelle: Denver Zoo / zoogast.de