Kunststofftiere im Exotarium des Frankfurter Zoos?

Krokodilmolch – Foto: W. Faust/Zoo Frankrfurt

Wer kennt schon Tylototriton shanjing, den Gelben Chinesischen Krokodilmolch aus der Provinz Yünnan? Die etwa 14 bis 16 cm großen Molche haben eine schwarzbraune Grundfärbung mit einer regelmäßigen gelben Zeichnung. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Kunststofftiere „made in Hongkong“. Krokodilmolche gibt es im Exotarium des Zoos Frankfurt jetzt reichlich.
Von der Gestalt her wirken die Krokodilmolche gedrungen und kräftig, ihre Haut ist rau und zeigt ein charakteristisches Muster aus Warzen und Leisten. „Die schwarzgelbe Färbung der Gelben Chinesischen Krokodilmolche ist wie beim Feuersalamander eine Warnfärbung“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch.
Im April haben die Krokodilmolch-Weibchen 3 bis 4 Wochen lang Eier in ihrem Terrarium abgelegt, zum Teil im Wasser, zum Teil aber auch an Land. Etwa 100 Larven sind aus diesen Eiern geschlüpft. „Wir wissen allerdings nicht, welches der drei Weibchen die Eier abgelegt hat“, erläutert Niekisch: „Alle Eier könnten auch von einem einzigen Weibchen stammen, die bis zu 130 Eier ablegen können.“
Die Nachzucht der Krokodilmolche ist im Zoo Frankfurt seit 2011 äußerst erfolgreich. „Die Großeltern der jetzigen Jungtiere sind beschlagnahmte Tiere, die vom Zoll bei uns im Zoo abgegeben wurden“, weiß Niekisch. Krokodilmolche betreiben keine Brutpflege, fressen ihre Eier aber auch nicht selber auf, wie das von anderen Arten bekannt ist. Zurzeit leben zehn adulte Tiere in Frankfurt und jede Menge Nachwuchs.
Die Molch-Larven sind nach dem Schlupf zunächst hellbraun, nach der Metamorphose braunschwarz. Das gelbe Muster entwickeln sie erst nach einigen Tagen bis Wochen. Jetzt ähneln die Jungtiere schon ihren Eltern und werden bei gutem Wachstum nach etwa einem Jahr geschlechtsreif. Die Larven fressen Wasserflöhe und andere Kleinkrebse, Tubifex und Mückenlarven. Nach der Metamorphose kleine Insekten, Asseln, auch Würmer und andere sich langsam bewegende Kleintiere. Krokodilmolche können recht zahm werden und kommen aus ihren Verstecken heraus, sobald man am Terrarium hantiert, um zu sehen, ob man ihnen einen Wurm mitgebracht hat.
Gelbe Chinesische Krokodilmolche kommen in feuchtem Bergland in Südchina, Sichuan und Yünnan, vor. Über die Bestände liegen keine ausreichenden Freilanddaten vor. Krokodilmolche sind verwandt mit unseren einheimischen Molchen.

Quelle: PM Zoo Frankfurt