Löwenpaar aus Hannover im Zoo Heidelberg angekommen

Foto: Zoo Heidelberg

Foto: Zoo Heidelberg

Gesund und wohlbehalten sind Binta (8) und Chalid (10) im Zoo Heidelberg angekommen. Die zwei Berberlöwen wurden am Montagmorgen im Zoo Hannover in eine kurze Narkose gelegt, um sie in die Transportkisten zu verladen und auf ihre Reise nach Heidelberg zu schicken. „Binta und Chaild geht es gut“, freut sich Dr. Barbara Bach. Die Zootierärztin ließ sich vom Einladen der Tiere bis hin zur Ankunft in Heidelberg regelmäßig telefonisch auf dem Laufenden halten. Am Abend konnte sie dann, zusammen mit den Tierpflegern und der Kuratorin Sandra Reichler, erleichtert die neuen Schützlinge empfangen. „Das Ausladen hat dank der Erfahrung des Transporteurs und der Tierpfleger hervorragend funktioniert. Damit sich unsere Löwen gut an ihr neues Zuhause und die neuen Tierpfleger gewöhnen können, blieb das Raubtierhaus heute geschlossen. Auch in den nächsten Tagen wird das Haus nur zeitweise geöffnet sein. Das hängt ganz davon ab, wie schnell sich Binta und Chalid eingewöhnen“, so Reichler.

Löwin Binta stammt ursprünglich aus dem Zoo Rabat in Marokko, bevor sie 2009 nach Hannover kam. Löwe Chalid folgte 2010 aus dem englischen Zoo Port Lympne.

Berberlöwen sind die größte und schwerste Unterart der Löwen. Männchen werden im Schnitt 200 – 250 kg schwer und erreichen eine Schulterhöhe bis zu 1,10 m. Ein besonders herausstechendes Merkmal der männlichen Berberlöwen ist die lange, dunkle Mähne, die bis weit über die Schultern und unter den Bauch wächst. Weibliche Berberlöwen können bei einer Schulterhöhe von 0,90 m bis 180 kg Gewicht erreichen.
Die Heimat dieser majestätischen Tiere waren einst die nordafrikanischen Staaten zwischen Mittelmeer und Sahara. Dort waren sie in Gebirgswäldern, Steppen und Halbwüsten zuhause. Zum Verhängnis wurde dieser prächtigen Löwenart die große Beliebtheit der Löwenjagd bei den nordafrikanischen Völkern. Je mehr Löwen ein ägyptischer Pharao erlegte, desto höher war sein Ansehen. Auch der unersättliche Bedarf der Römer an diesen Tieren, um sie bei Gladiatorenkämpfen in ihren Arenen gegen Sklaven und Christen einzusetzen, dezimierte den Bestand erheblich. Seit 1920 sind die Berberöwen in der freien Wildbahn ausgerottet. Die letzten überlebenden Berberlöwen waren Eigentum des marokkanischen Königs Hassan II., der einige dieser Tiere in seinem Privatzoo hielt. Im Jahr 1970 schenkte der König die Tiere dem marokkanischen Nationalzoo Rabat, von dem dann immer wieder Nachzuchten an ausgewählte Zoos auf der ganzen Welt weitervermittelt wurden. Aktuell leben weltweit 99 Berberlöwen in Zoos.

Auch wenn im Laufe der Zeit wahrscheinlich einige wenige Individuen anderer Unterarten eingekreuzt wurden, beschloss man 1992, innerhalb des Europäischen Zooverbandes (EAZA) die Berberlöwen als eigene Unterart in ein Zuchtbuch aufzunehmen und somit nun auch in Europa zu züchten. Gemeinsames Ziel ist es, in der Zukunft eine Population in ihrer ursprünglichen Heimat zu etablieren.

„Mit der Übernahme des bereits in der Zucht erfahrenen Paares wird sich der Zoo Heidelberg am Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen Löwenart beteiligen“, so Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir hoffen natürlich nach Ausbau der Löwenanlage auf Nachwuchs, um unsere umfangreiche Artenschutzarbeit um ein weiteres, wichtiges Projekt zu ergänzen“.

Quelle: PM Zoo Heidelberg