Lungenfisch zieht in den Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Sie heißt „Audrey“ und ist die „Neue“ im Aquarienhaus des Bochumer Tierparks. Zwar ist der aalförmige, schwarze Lungenfisch nicht so eine Augenweide wie seine menschliche Namensvetterin Audrey Hepburn, dennoch gehört er zu den faszinierendsten Süßwasserfischen des Tierparks!

Der ca. 50 cm lange Fisch lebt seit wenigen Tagen zusammen mit Skalaren, Panzer- und Hexenwelsen in einem der Amazonas-Aquarien des Tierparks. „Unter ihren Mitbewohnern ist Audrey eine echte Besonderheit“, verrät Revierleiter Sebastian Manickam und fährt fort. „Lungenfische besitzen – wie ihr Name verrät – nicht nur Kiemen, sondern auch ein lungenähnliches Organ, welches ihnen ermöglicht, atmosphärische Luft zu atmen.“ Kurz nach dem Schlupf atmen Jungtiere ausschließlich über die Kiemen. Nach ca. sechs Wochen können sie auch ihre Lungen nutzen und die äußerlichen Kiemen bilden sich zurück. Adulte Tiere nehmen Sauerstoff weiterhin hauptsächlich über die innenliegenden Kiemen auf. Sie würden jedoch ersticken, wenn sie nicht mindestens einmal in der Stunde an die Wasseroberfläche kommen würden, um Luft zu schnappen. Lungenfische gehören zu einer sehr alten Fischgruppe, die bereits vor Millionen von Jahren die Gewässer der Erde bevölkerten. Sie sind eng verwandt mit den Quastenflossern und den Vorfahren der ersten Landwirbeltiere.

Die sechs heute lebenden Arten der Lungenfische sind in Australien, Afrika und Südamerika beheimatet, unterscheiden sich jedoch in ihrer Biologie teils sehr stark. „Der Südamerikanische Lungenfisch ist unter anderem in Brasilien und dem Amazonasgebiet zu finden“, berichtet Manickam. „Sie bevorzugen Sümpfe oder dicht bewachsene, langsam fließende Gewässer.“ In der Trockenzeit graben sich die molchartigen Fische in den feuchten Schlamm des Bodengrunds ein und fahren ihren Stoffwechsel herunter. So können sie für längere Zeit mit wenig Wasser auskommen Da Lungenfische sehr schlecht sehen können, nutzen sie ihr Seitenlinienorgan sowie ihren Geruchssinn zur Orientierung. Besucher können das neue Fischweibchen am besten am Bodengrund beobachten, wo sie mit ihrem Maul und der Nase nach Futter sucht. Auf dem Speiseplan der Lungenfische stehen Fischlarven, Würmer, Schnecken und andere Weichtiere.

Quelle: PM Tierpark Bochum