Mantelaffenweibchen Lubaya verläßt den Zoo Osnabrück

Mantelaffenweibchen Lubaya – Foto: Zoo Osnabrück

Mantelaffenweibchen Lubaya gründet eigene Familie
Ausreißerkönigin reist nach Spanien

Das Mantelaffenweibchen Lubaya aus dem Zoo Osnabrück hat sich vor einigen Wochen als Ausreißerkönigin einen Namen gemacht (zoogast.de berichtete; Bericht). Nun wird sie gemeinsam mit ihrem Partner in einen spanischen Zoo reisen und dort eine eigene Familie gründen.

Das sechsjährige Mantelaffenweibchen Lubaya aus dem Zoo Osnabrück war Ende September aus ihrem Gehege geklettert und hatte einen Ausflug in das benachbarte Waldgebiet im Stadtteil Schölerberg unternommen. Nach knapp zwei Wochen konnten die Zoomitarbeiter das erschöpfte Tier mit Futter anlocken und in den Zoo zurückbringen. Nun steht fest, wie es für Lubaya weiter geht: „Wir haben sie nicht in die Mantelaffengruppe zurückgebracht, weil wir vermuten, dass Spannungen zwischen den Tieren zu Lubayas Ausflug geführt haben könnten. Deswegen haben wir nach einem neuen schönen Zuhause für sie gesucht“, erklärt Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück. Ihre neue Heimat: der Tierpark Selwo Aventura in Südspanien bei Málaga: „Der Transport wird in den nächsten Wochen stattfinden. Mit ihr reist das vierjährige Männchen Usuri. Gemeinsam können sie dann in Spanien eine eigene Familie gründen“, freut sich der Biologe. Auch in der Natur würden manche Tiere aus diesem Grund ihre Gruppe verlassen.

Nach ihrer Erkundungstour war Lubaya zunächst in der Quarantänestation des Zoos untergebracht, um sich zu erholen und sicherzugehen, dass sie keine Krankheiten mitgebracht hat. Tierpfleger Wolfgang Festl berichtet: „Für Lubaya war die Erkundungstour zwar spannend, aber auch sehr anstrengend. Sie hatte Magen-Darm-Probleme und hat dadurch auch Gewicht verloren.“ Inzwischen durfte sie die Quarantäne verlassen und lebt bis zur Abreise zusammen mit Partner Usuri in dem ehemaligen Gehege der Grautokos. Die beiden seien dort sehr zufrieden: „Mittlerweile hat sich Lubaya erholt und beide haben sich in ihrer neuen Bleibe gut eingelebt. Sie haben dort genug Platz zum Klettern und können sich aussuchen, ob sie lieber draußen oder in ihrem Haus sein möchten.“ In ihrem alten Zuhause in Takamanda haben sich Gruppenchef Abasi und die Weibchen Kimberley und Ofina inzwischen an die Dreisamkeit gewöhnt. Auch ihnen gehe es sehr gut, so Festl weiter.

Wer Lubaya und Usuri vor ihrer Abreise noch einen Besuch abstatten möchte, findet sie im ehemaligen Gehege der Grautokos rechts von der Pinguinanlage und neben der Voliere der Grauwangen-Hornvögel.

Wissenswertes zu den Mantelaffen
Mantelaffen sind im zentralen Afrika beheimatet. Sie sind Baumbewohner in den Regen- und Galeriewäldern oder anderen immergrünen Waldgebieten. Wie viele andere Affenarten leben sie gesellig in Familiengruppen, dabei können durchaus mehrere Männchen in einer Gruppe leben. Neugeborene werden schnell selbstständig, nach wenigen Tagen lösen sie sich erstmals von der Mutter und nach etwa sechs Wochen nehmen sie auch feste Kost zu sich. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus verschiedenen Blättern. Sie nehmen aber gelegentlich auch Blattstiele, Samen und Früchte zu sich, solange sie nicht zu reif sind. Mantelaffen werden weiß geboren und bekommen erst nach etwa einem halben Jahr die charakteristische schwarz-weiße Färbung.

Quelle: PM Zoo Osanbrück