Marabu im Zoo Prag adoptiert Küken

Seit bereits zwei Wochen kümmert sich der Zoo Prag in der Tschechei um ein Marabu-Küken, das eigentlich im ebenfalls tschechischen Zoo Králové geschlüpft war. Als Leihmutter wurde das Marabu-Weibchen Ema auserkoren, da sie in den letzten Jahren bereits wertvolle Erfahrungen bei der Kükenaufzucht sammeln konnte.

Am Donnerstag den 27.März wurde ein kleiner Afrikanischer Marabu in den Prager Zoo gebracht. Das Küken war im Zoo Králové geschlüpft, doch die Eltern hatten ihren Nachwuchs nicht angenommen. Der kleine Storchenvogel wurde in der tschechischen Hauptstadt sofort dem Marabu-Pärchen  Ema und Oskar übergeben, von denen er sich auch gleich füttern ließ.

Am Anfang sei man besorgt gewesen, ob das Küken von seinen Pflegeeltern genug Futter bekommen und an Gewicht zugelegt habe. Bei jedem Wiegen hätte man versucht, es noch mit etwas Zusatznahrung zu füttern, aber das Junge habe das Futter verweigert, was bewiesen hätte, dass es genug Nahrung von den Pflegeeltern erhalten hatte, erklärte Antonín Vaidl, Kurator bei den Vögel im Zoo Prag. Deshalb hätten die Pfleger nun die Aufzucht des Jungtieres komplett in die Verantwortung des Marabu-Pärchens übergeben.

Das konstant zunehmende Gewicht des Kükens, ist ein Beweis, dass es das Beste für das Jungtier war nach Prag zu kommen. Bei seiner Ankunft wog der kleine Marabu nur 95 Gramm, heute sind es stattliche 839 Gramm.

Sollte alles ohne weitere Komplikationen ablaufen, könnte man das Jungtier zusammen mit seinen Adoptiveltern Anfang Juni in ihrem Gehege der Öffentlichkeit präsentieren, sagte Antonín Vaidl.

Im Prager Zoo leben derzeit in fünf Marabus, die alle Wildfänge sind. Sie wurden auf Empfehlung des Zucht-Koordinators, wegen der erfolgreichen Aufzuchten in der Vergangenheit, nach Prag gebracht. Man schätzt die Chancen für eine erfolgreiche Fortpflanzung der Art hier als sehr hoch ein und hofft auf eine Blutauffrischung der europäischen Population durch die neuen Gene.

Quelle: PM Zoo Prag