Minus 10 Grad im Zoo Osnabrück

Während sich Tierpfleger Thorsten Vaupel dick anziehen muss, macht den Rentieren die Kälte dank ihres Winterfells gar nichts aus. – Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Die Vielfraße Loki und Vilja scheinen hocherfreut über die aktuellen Temperaturen: Minus zehn Grad kratzen die beiden wenig – im Gegenteil: In ihrem dicken, schwarzen Fell toben sie durch ihr großes Gehege und raufen miteinander. In ihrer skandinavischen Heimat sind sie ganz andere Temperaturen gewöhnt. Auch die benachbarten Rentiere oder Luchse haben ihren dicken Winterpelz und bemerken den Wintereinbruch kaum. Die Kamele und Alpakas wärmt ebenfalls ein dicker „Wintermantel“ und im Stall legen die Tierpfleger noch eine Extraschicht Stroh aus, um die Fußkälte zu vertreiben. Zwar kein dickes Fell, dafür aber eine dicke Fettschicht haben die Seelöwen und Seehunde. Da kommt nichts durch, auch wenn so mancher Zoobesucher eine Gänsehaut bekommt, wenn er die Tiere im Wasser planschen sieht. „Allerdings achten wir immer darauf, dass genügend Wasser aus dem Zulauf in das Becken fließt, damit es nicht zufriert“, so Tierpfleger Thorsten Vaupel.

Doch wie ergeht es den Tieren aus Afrika oder tropischen Breiten? „Morgens setzen die Tierpfleger die Elefanten und Affen kurz vor die Tür, damit sie die Gehege sauber machen können. Dann geht es wieder rein ins Warme, denn für manche Tiere wäre die Kälte längerfristig gefährlich: So können die großen Ohren der Elefanten oder die Füße der Stelzvögel, wie der Flamingos, abfrieren“, erklärt Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg. „Auch die Giraffen bleiben bei der Kälte drin. Zwar machen ihnen die Temperaturen nicht so viel aus, aber sollte es glatt werden, könnten sie ausrutschen und sich dabei lebensgefährlich verletzen.“ Besucher können die meisten Zoobewohner in den warmen Tierhäusern beobachten. So auch die Leguane, die ihre Wärmelampe im Tetra-Aquarium genießen und die eisigen Temperaturen gar nicht bemerken.

Doch es gibt auch afrikanische Tiere, die die Kälte nicht stört, aber aus anderen Gründen drinnen bleiben müssen. „Die Löwen können sich bei diesen Temperaturen eigentlich aussuchen, ob sie rein oder raus wollen. Da es im Löwenhaus sehr warm ist, ist der Gang an die frische Luft wie ein erfrischendes Bad nach der Sauna. Allerdings ist seit heute der große Wassergraben, der als Gehegebegrenzung dient, so dick zugefroren, dass unsere Umwälzpumpe nicht mehr dagegen ankommt“, berichtete Tierpfleger Thorsten Vaupel. Damit die Löwen nicht auf den Gedanken kommen, man habe ihr Gehege erweitert und die Eisfläche testen, bleiben die Tiere bis zum nächsten Tauwetter im warmen Löwenhaus.

Es bleibt festzustellen, dass der Zoo auch im Winter ein schönes Ausflugsziel ist, denn während einige Tiere draußen herumtoben, lassen sich die Kälteempfindlichen in den kuschelig warmen Tierhäusern beobachten.

Quelle: PM Zoo Osnabrück