Münchens Eisbär Yoghi zieht vorübergehend nach Stuttgart

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2013 - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Nach dem tragischen Tod des Stuttgarter Eisbären Anton, der eine Jacke samt Rucksack und Brotzeit gefressen hatte und daraufhin an einer Darmentzündung starb, hat die Wilhelma durch Vermittlung des Europäischen Erhaltungszucht-programms (EEP) sehr kurzfristig die Möglichkeit erhalten, Eisbärin Corinna einen neuen Gefährten zur Seite zu stellen. Seit 12. März wohnt Eisbär Yoghi aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn in Stuttgart. Ein Arrangement auf Zeit, durch das beiden Einrichtungen und deren Tieren gedient ist. Denn Yoghi, der am 9. Dezember 2013 Vater von zwei Eisbärenbabys wurde, lebte zuletzt in München allein in einer Anlage. Für Jungtiere stellt ein Eisbärenvater eine Gefahr dar, da er sogar seinen eigenen Nachwuchs als potentielle Beute sieht und fressen könnte.

Nun hat die 24-jährige Stuttgarter Eisbärin wieder Gesellschaft eines Eisbären – gemeinsamer Nachwuchs nicht ausgeschlossen. Am 12. März fand der Bären-Umzug von München nach Stuttgart statt. Um die Sicherheit von Eisbär und Menschen nicht zu gefährden, wurden für Abreise, Transport und Ankunft die Bereiche um die Gehege sowohl in München als auch in Stuttgart gesperrt und waren für einige Stunden weder für Besucher noch Medienvertreter zugänglich. Yoghi wurde in Hellabrunn sanft in Narkose gesetzt und auf seinem Weg in die neue, zeitweise Heimat von seinem Tierpfleger Frank Staatsmann begleitet.

Yoghi ist bereits zeitweise in der kleineren der Außenanlagen zu sehen. Draußen können er und Corinna sich zunächst durch das so genannte Schmusegitter beschnuppern und kennen lernen. Frühjahr und Sommer 2014 werden Corinna und Yoghi gemeinsam in Stuttgart verbringen, sofern sie sich gut verstehen. Im Herbst, wenn Eisbärenmann und -weibchen sich wieder voneinander zurückziehen oder Corinna möglicherweise trächtig ist, wird Yoghi voraussichtlich die Heimreise in die bayerische Hauptstadt antreten. Bis dahin können sich die Hellabrunner Eisbärenzwillinge mit der kompletten Polarlandschaft bestens vertraut machen.

Er gilt als besonders freundlich und umgänglich, der 14-jährige Eisbär Yoghi aus dem Tierpark Hellabrunn. „In letzter Zeit war Yoghi allerdings sichtlich unglücklich darüber, von Eisbärin Giovanna getrennt zu sein und ein Gehege allein zu bewohnen“, so Hellabrunns Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Was sich aber leider nicht vermeiden lasse, denn bei aller Friedfertigkeit wisse man auch bei Yoghi nicht, wie er mit dem Nachwuchs umgehen würde. Der Versuch einer Familienzusammenführung ist daher meist zu riskant. Dafür hat es einen weiteren Vorteil, wenn Yoghi nun für eine Weile aus München aus- und in die Wilhelma umzieht: Giovanna und ihr Nachwuchs haben, sobald die Kleinen ins Freie dürfen, in Hellabrunn eine Zeitlang die gesamte, 2.800 Quadratmeter große Eisbärenanlage für sich.

Nun bleibt zu hoffen, dass sich Corinna in Stuttgart mit ihrem neuen Eisbärenpartner auf Zeit anfreundet. Dann ist gemeinsamer Nachwuchs nicht ausgeschlossen, auch wenn Corinna mit 24 Jahren keine ganz junge Eisbärin ist. Im Sinne eines gesunden Zoobestands und der Arterhaltung wäre Nachwuchs durchaus erwünscht, gerade da es sich bei beiden Eisbären um zwei genetisch wertvolle Tiere handelt, deren Gene bislang in der Zoo-Population noch selten vertreten sind.

Quelle: PM Hellabrunn