Na​chwuchs bei den Menschen​affen im Tierpark Hellabrunn​

Foto: Tierpark Hellabrunn

Noch wäre der Begriff „Sanfter Riese“ völlig unpassend, aber wenn man sich Mama und Papa ansieht, wird klar, dass auch der kleine schwarze Zwerg an Mutters Brust irgendwann einmal groß und sehr stark sein wird. Nach etwa 37 Wochen im Bauch von Gorilla-Dame Bagira kam am Freitag, den 8. Februar ein kleiner Westlicher Flachland-Gorilla in Hellabrunn auf die Welt. Nun gehören sieben Mitglieder zur Münchner Gorilla-Mannschaft: Roututu, der Anführer (39 Jahre), Bagira (27), Sonja (23), Neema (25) und die Youngster Sadiki (6) und Kajolu (3).

Das Nesthäkchen ist genau eine Woche alt und entwickelt sich prächtig. Bei der Geburt sind Gorilla-Babys mit etwa 45 cm Körpergröße und rund zweieinhalb Kilogramm Gewicht sogar ein bisschen kleiner und leichter als ein durchschnittliches Menschenbaby. Für Silberrücken Roututu, den stolzen Vater, ist es bereits das 16. Kind. Mama Bagira, das ranghöchste Weibchen, geht als siebenfache, erfahrene Mutter sehr behutsam mit dem kleinen Fellknäuel um. Noch steht das Geschlecht beim jüngsten Nachwuchs von Roututu und Bagira nicht fest. Der Mini-Gorilla mit den Kulleraugen und der süßen Plattnase hängt so eng an seiner Mama, dass das entscheidende Indiz noch nicht gesichtet werden konnte.

„Es ist bildschön, hat ein schwarzes Flaum-Fell und winzige Finger. Der Kopf ist kaum größer als ein Tennisball – eine Handvoll Glück. Ich habe schon viele Gorilla-Babys gesehen, aber dieses ist besonders hübsch“, schwärmt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Gorillas gehören, wie auch Schimpansen und Orang-Utans, zur Familie der Menschenaffen. Sie werden bis zu zwei Meter groß und sind damit die größten Primaten. Charakteristisch für den Westlichen Flachland-Gorilla, der auch in Hellabrunn lebt, sind sein graubraunes Fell und eine stark ausgeprägte, rötlich gefärbte Stirn bei den Männchen. Alle Gorilla-Arten stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Die Zerstörung ihres Lebensraumes sowie Wilderei und Krankheiten gefährden ihre Existenz in der freien Wildbahn.

Die größten lebenden Primaten sehen bedrohlich aus, sind aber nicht aggressiv. Ihr lautes Brusttrommeln, das bis zu einem Kilometer weit zu hören sein kann, soll anderen Männchen zeigen, wer der Boss ist. Das Trommeln kann aber auch einfach „Hallo“ bedeuten oder ein akustisches Signal sein, um den Gruppenmitgliedern den eigenen Aufenthaltsort mitzuteilen. Ausgewachsene männliche Gorillas haben einen Silberrücken, den Weibchen fehlt diese Färbung. Anführer einer Gorilla-Gruppe ist stets das älteste männliche Tier.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn