Nachwuchs bei den Asiatischen Elefanten im Zoo Zürich

Elefantenjungtier - Foto: Zoo Zürich

Elefantenjungtier – Foto: Zoo Zürich

Indis dritter Streich

Das Warten hat ein Ende, die Geduld hat sich gelohnt: Indi hat ihr drittes Kalb geboren. Es kam am Abend des 17. Juni 2014 um 21.04 Uhr zur Welt.

Bei einer Tragzeit von rund 22 Monaten ist der Geburtstermin bei Elefanten nicht so genau voraussagbar. Schon bei der Eröffnung des Kaeng Krachan Elefantenparks glaubten wir uns der Geburt nahe: Das Gesäuge von Indi war angeschwollen und sie entlastete immer wieder ihre Hinterbeine. ihr gesamtes Verhalten schien anders. Doch erst am Dienstag, den 17. Juni 2014, ist es richtig losgegangen. Indi verlor Schleim, sie war, nicht nur wegen der aufsässigen Fliegen und Bremsen, unruhiger. Vereinzelt wurde eine feine «Wellenbewegung» auf der Haut an den Flanken sichtbar, erste Wehen traten auf. Doch zunächst hielt sie noch nichts vom Fressen ab.

Elefantenpark Kaeng Krachan - Foto: Zoo Zürich

Elefantenpark Kaeng Krachan – Foto: Zoo Zürich

Nachmittags änderte sich das. Indi legte sich nieder, ihr eingerollter Rüssel deutete an, dass sie angespannt war. Weitere Wehen durchzogen ihren Körper. Ihre Tochter Chandra «besuchte» sie immer wieder. Selbst Drunk unterbrach temporär ihre Futtersuche. Dann stand Indi wieder auf, entlastete wiederum ihre Beine. Fürs Erste schien sich alles wieder zu normalisieren. Es machte den Anschein, als würde sich Indi auf das konzentrieren, was sich in ihrem Körper abspielte. Die Intervalle zwischen den Wehen wurden kürzer und unter dem Schwanzansatz wurde eine «Beule» sichtbar, die dann nicht mehr zurückging.

Nach zwei starken Wehen erfolgte die Geburt – mit den Hinterfüssen voran – um 21.04 Uhr, begleitet von lautem Trompeten. Nach 4 Minuten Stand das Kalb bereits erstmals. Indi und Chandra gingen in die Knie und beäugten das Jungtier von ganz nahe. Ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist, konnten die Tierpfleger noch nicht sicher feststellen, da es von Mutter und Tanten eng behütet wird.

Da wir mit dem Umzug in die neue Anlage das Management von «hands-on» zu «protected-contact» gewechselt haben, ist es nun auch schwieriger, Angaben zum Gewicht und zur Größe des Jungtieres zu erheben. Werte von früheren Geburten bewegten sich beim Gewicht zwischen etwa 115 und 160 Kilogramm und bei der Schulterhöhe von 97 bis 108 Zentimetern. Die Tragzeit lässt sich nicht genau bestimmen, da die dieser Trächtigkeit vorausgehend Paarungen während 14 Tagen beobachtet werden konnten. Sie dürfte rund 666 Tage betragen haben.

Indi kam 1986 in einem Camp in Myanmar (Burma) zur Welt. 1999 wechselte sie vom Circus Knie in den Zoo Zürich. Hier gebar sie 2002 ihre Tochter Chandra. 2005 folgte ihr Sohn Fahim (er lebt heute mit einem anderen Jungbullen zusammen in Belgien). Vater aller drei Jungtiere ist der nunmehr 44-jährige Bulle Maxi, gebürtig aus Thailand.

Elefantenumzug - Foto: Zoo Zürich

Elefantenumzug – Foto: Zoo Zürich

Mitte März waren die fünf Elefantenkühe Druk, Ceyla-Himali und Tochter Fahra, Indi und Tochter Chandra sowie der Bulle Maxi von der alten in die neue Anlage gezügelt worden. Dieser frühe Umzugstermin in die noch nicht fertig erstellte neue Anlage wurde gewählt, um Indi vor der Geburt ausreichend Zeit für eine Eingewöhnung in die neue Umgebung zu geben. Diese Geburt, die insgesamt neunte im Zoo Zürich (abgesehen von einer Totgeburt), erfolgte wie die beiden vorangehenden in der Gruppe: Indi war begleitet von ihrer 12-jährigen Tochter Chandra und von Druk, einer in der Betreuung von Jungtieren erfahrenen «Tante».

Da wir bei der Namensgebung im O-Jahr sind, wird der Name des Elefantenkalbes mit diesem Buchstaben beginnen. Sobald wir das Geschlecht kennen, stehen drei Namensvorschläge bereit, aus welchen interessierte Kreise über Facebook oder die Homepage des Zoo Zürich ihren Favoriten auswählen können.

Mit einem Bestand im Freiland von noch schätzungsweise 40‘000 bis 50‘000 Tieren, verteilt auf viele vor allem kleine Populationen, gilt der Asiatische Elefant als in seinem Bestand bedroht. Bedrohungsfaktoren sind insbesondere Lebensraumverlust und -zerstörung sowie illegale Jagd.

Der Name Kaeng Krachan des neuen Elefantenparks des Zoo Zürich nimmt Bezug auf den gleichnamigen Nationalpark in Thailand. Dort unterstützt der Zoo Zürich ein Programm, das die Erhaltung der letzten 200 dort lebenden Elefanten zum Ziel hat. In Europa besteht für den Asiatischen Elefanten ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Zoo Rotterdam aus geführt wird. Diesem Programm sind aktuell 70 Institutionen mit insgesamt 277 Tieren angeschlossen.

Mehr Infos zum Asiatischen Elefanten: TIERLEXIKON

Quelle: PM Zoo Zürich