Kölner Zoo: Nachwuchs bei den Burmesischen Sternschildkröten

Foto: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Im Kölner Zoo ist erstmals die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Burmesischen Sternschildkröte geglückt. Es ist der erste Zoo in Deutschland, dem dieser Zuchterfolg gelungen ist. Insgesamt sechs Jungtiere kamen zwischen Juli und September 2018 hier zur Welt. Die Elterntiere stammen aus einer großen Beschlagnahmungsaktion von Zoll und Polizei.

2011 wurden dabei fast 600 geschmuggelte Amphibien, Reptilien und Wirbellose –darunter einige hochbedrohte Arten – konfisziert. Die Behörden brachten die Tiere anschließend im Kölner Zoo unter. Viele kamen in einem sehr schlechten Gesundheitszustand in das Zoo-Terrarium; manche starben sogar. Viele der konfiszierten Arten konnten jedoch gerettet werden und entweder an andere Zoos vermittelt oder dauerhaft im Terrarium des Kölner Zoos untergebracht werden. Dazu zählen auch die Burmesischen Sternschildkröten.

Nachdem der Zoo diese überaus seltene Schildkrötenart in den ersten Jahren nach der Beschlagnahmung hinter den Kulissen des Terrariums gesund gepflegt und großgezogen hatte, konnten sie Ende 2016 in eine neu gestaltete Anlage im Schaubereich umziehen. Dort kam es kurz darauf zu den ersten Paarungen und Eiablagen.

Im März und April 2018 fanden wir dann die ersten befruchteten Gelege, aus denen im Juli, August und September nach etwa 4,5 Monaten Inkubationszeit in der Brutmaschine insgesamt sechs Jungtiere schlüpften. Beim Schlupf wogen die kleinen Schildkröten ca. 20 g und waren ungefähr 4 cm lang. Mittlerweile sind sie in ein neu gestaltetes Schauterrarium gegenüber von den Elterntieren eingezogen. Hier entwickeln sich die putzmunteren kleinen Reptilien prächtig.

Die Burmesische Sternschildkröte gilt als eine der am stärksten bedrohten Schildkrötenarten der Welt. Sie kommt nur in der Trockenzone Zentral-Myanmars vor. Mit einer durchschnittlichen Panzerlänge von 30 cm zählt sie zu den mittelgroßen Landschildkrötenarten. Sie wird in der Roten Liste der IUCN als Critically Endangered (vom Aussterben bedroht) gelistet. Neben Lebensraumverlust führte vor allem übermäßiger Abfang u.a. für den internationalen Tierhandel dazu, dass die Art Anfang der 2000er Jahre in der Natur nahezu vollständig verschwunden war und als funktional ausgestorben galt. Mittlerweile konnte durch Erhaltungszuchtprogramme in Myanmar eine große Reservepopulation in Menschenhand aufgebaut und einige Tiere bereits in Schutzgebiete wiederausgewildert werden.

Europaweit gelang die erfolgreiche Vermehrung der Art bisher nur in wenigen Zoologischen Gärten, so vor acht Jahren dem Zoo von Rotterdam in den Niederlanden und dem Bustehrad Zoo-Park in Tschechien. Der Nachzuchterfolg in Köln ist bislang der erste in einem deutschen Zoo und damit ein sehr wichtiger Beitrag zum Aufbau einer Reservepopulation in Europa.

Quelle: PM Kölner Zoo