Nachwuchs bei den Goldgelben Löwenäffchen im Zoo Heidelberg

Goldkopflöwenäffchen – Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Erstes Jungtier im Neuen Jahr

Die Goldgelben Löwenäffchen „Ilona“ und „Alfredo“ haben im Zoo Heidelberg pünktlich zu Beginn des neuen Jahres für Nachwuchs gesorgt. Das am 1. Januar geborene zierliche Äffchen erfreut sich bester Gesundheit und hat sich bereits hervorragend in die Gruppe eingelebt. Im Zoo Heidelberg pflanzt sich die bedrohte Affenart seit längerem erfolgreich fort, in den letzten vier Jahren kamen sechs Jungtiere zur Welt.

Ihren Namen verdanken die Goldgelben Löwenäffchen ihrer prachtvollen, goldfarbenen Mähne, die sie bei Erregung sträuben. Die Affen leben in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren und zeigen ein ausgeprägtes Sozial- und Kontaktverhalten, woran sich auch die Zoobesucher erfreuen. Die lebhaften Tiere kann man sehr gut beim Kuscheln, bei der gegenseitigen Fellpflege oder beim bereitwilligen Teilen der Nahrung beobachten. Mit diesem Verhalten festigen die kleinen Primaten ihre gegenseitige Bindung.
Besonders die Aufzucht ihrer Kinder wird bei den Goldgelben Löwenäffchen zur Familienangelegenheit. Die Jungtiere, häufig Zwillinge, werden vom Vater und den Geschwistern äußerst liebevoll umsorgt und die Mutter bekommt sie oft nur zum Säugen übergeben. Die Löwenäffchen lernen so frühzeitig, ihre Mahlzeiten mit den anderen in der Familie zu teilen. Schon ab der dritten Lebenswoche unternehmen junge Löwenäffchen kleinere Ausflüge vom Vater weg und üben sich im Klettern. Etwa im Alter von drei Monaten sind sie dann völlig selbständig.
In freier Wildbahn bewohnen die zur Familie der Krallenaffen gehörenden Primaten ausschließlich ein kleines Regenwaldgebiet im Bundesstaat Rio de Janeiro in Brasilien. Sie sind tagaktive Baumbewohner. Wie so häufig ist auch für die Goldgelben Löwenäffchen der Mensch die größte Bedrohung: Einhergegangen mit der unaufhaltsam voranschreitenden Erschließung Südostbrasiliens ist die großflächige Rodung der örtlichen Regenwälder. Durch die schonungslose Beraubung ihrer Heimat wären diese schönen Tiere Anfang der 1980er Jahre fast komplett ausgerottet worden. Nur das Engagement zahlreicher Zoos in Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden konnte die Situation der Tiere verbessern. Viele in Menschenobhut geborene Löwenäffchen wurden wieder ausgewildert, außerdem konnten die Schutzmaßnahmen im Lebensraum verstärkt werden. Heute gilt die Art immer noch als gefährdet („endangered“), ihr Bestand von etwa 1000 Tieren ist aber stabil. Die Goldgelben Löwenäffchen sind deshalb ein bekanntes und wichtiges Beispiel dafür, dass Zoos erfolgreich zum Überleben von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung beitragen können. Das dabei gewonnene Wissen ist heute die Basis für Wiederansiedlungsprojekte bei den unterschiedlichsten Tierarten auf der ganzen Welt.

Quelle: PM Zoo Heidelberg