Nachwuchs bei den Gürtelvaris im Zoo Heidelberg

Foto: Zoo Heidelberg / Heidrun Knigge

Am 18.03.2019 wurden im Zoo Heidelberg im Tiere Live Revier zwei Gürtelvaris geboren. Die beiden kleinen Lemuren kamen in einer Wurfhöhle hinter den Kulissen zur Welt. Bereits Wochen zuvor hatte dort das Vari-Elternpaar ein gemütliches Nest aus Bambusblättern und Heu gebaut und kümmert sich nun sorgsam um den Nachwuchs. Der Zoo Heidelberg hofft, dass sich die beiden Geschwister in der kommenden Zeit weiterhin gut entwickeln werden.

Gürtelvaris zählen zu den Lemuren und sind vom Aussterben bedroht. In den europäischen Zoos lebt nur eine kleine Population. Die beiden neugeborenen Jungtiere im Zoo Heidelberg haben daher eine große Bedeutung für das europäische Zuchtprogramm. Verläuft die Aufzucht erfolgreich, könnten die zwei in ein paar Jahren selbst für Nachwuchs sorgen. Die Tierpfleger im Zoo Heidelberg beobachten derzeit jeden Entwicklungsschritt des wertvollen Nachwuchses sehr sorgsam – jedoch immer mit einem gewissen Abstand. „Um die junge Familie in der Aufzucht nicht zu stören, führen wir ausschließlich Sichtkontrollen durch, wir fassen die Jungtiere nicht an. Wir wissen daher auch noch nicht, welches Geschlecht die Zwillinge haben“, berichtet Revierleiter Patrick Rücker.

In den vergangenen Jahren hat das Heidelberger Varipaar bereits mehrere Jungtiere zur Welt gebracht, die leider wenige Tage nach der Geburt verstorben sind. „Dieser Wurf ist der erste, der Hoffnung aufkommen lässt, dass der Nachwuchs die ersten kritischen Wochen gut übersteht. Um das Paar bei der Aufzucht bestmöglich zu unterstützen, sorgen wir beispielsweise für ausreichend Nistmaterial und nahrhaftes Futter für die Elterntiere“, erklärt Rücker. Bisher stehen die Zeichen gut. Die Eltern kümmern sich aufmerksam um ihre beiden Schützlinge. Täglich werden die Geschwister größer und kräftiger. „Jetzt heißt es Daumen drücken, damit sich die Kleinen weiterhin gut entwickeln!“, hofft Rücker.

Vari-Eltern sind eine der wenigen Primatenarten, die ihren Nachwuchs nicht dauerhaft bei sich am Körper tragen. Sie transportieren die Jungen behutsam im Maul und legen sie in geschützten Nisthöhlen ab. Junge Varis sind Nesthocker. Das heißt, dass sie in den ersten Wochen die Nisthöhlen nicht selbstständig verlassen. Erst nach und nach werden die Jungtiere immer agiler und beginnen, selbstständig kurze Ausflüge außerhalb der Nisthöhle zu unternehmen. Im dickten Bambusdickicht des Geheges im Zoo Heidelberg sind sie mit ihrem dunklen Fell dabei optimal getarnt und kaum zu erkennen. Bis die beiden Kleinen dauerhaft in der Voliere gut zu sehen sind, wird es noch eine Weile dauern.

Quelle: PM Zoo Heidelberg

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