Nachwuchs bei den Hanuman-Languren im Zoo Heidelberg

Foto: Zoo Heidelberg

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Am Morgen des 17. April 2016 erwartete die Tierpfleger des Affenreviers im Zoo Heidelberg erneut ein freudiges Ereignis. Nach der Geburt von Orang-Utan-Baby Berani vier Wochen zuvor hatte in der Nacht eines der Hulman-Weibchen ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht. Fest gekuschelt an den Bauch seiner Mutter blickt es mit großen Augen in die Welt. Noch ist die zartrosa Haut nur von wenig Fell bedeckt. Anfangs sah man es noch ausschließlich fest an das Fell seiner Mutter geklammert. Doch bereits ab dem zweiten Tag konnte man beobachten, wie sich die anderen Gruppenmitglieder um das Kleine kümmerten. Dies ist bei vielen Affenarten durchaus üblich, so kann die Mutter in Ruhe nach Nahrung suchen und junge Weibchen können für ihre spätere Mutterrolle üben. Ob das Kleine ein Mädchen oder Junge ist, wird noch einige Zeit sein Geheimnis bleiben. In einigen Monaten, wenn das Jungtier groß genug ist, kann das Geschlecht eindeutig bestimmen lassen.

Hanuman- oder Hulman-Languren leben meist in so genannten Harems- oder Einmanngruppen, bestehend aus einem erwachsen Männchen und mehreren Weibchen mit deren Jungtieren. Im Zoo Heidelberg leben derzeit neun dieser Schlankaffen in einer Gruppe. Zuchtmann und Chef ist Hector, ein stattlicher Hulman-Mann, der seit 2011 im Zoo Heidelberg lebt.

Der Name Hanuman-Languren stammt aus dem Hinduismus und bezieht sich auf den Affengott Hanuman: Der Legende zufolge, entführte Ravana, der Fürst der Dämonen, Sita, die Gattin des Prinzen Rama, der sie zusammen mit Hanuman verfolgte. Sie konnten Ravana besiegen und Sita befreien. Dabei gelang es Hanuman noch rasch eine Mango aus dem Garten des Dämonen zu entwenden und so wurde diese Frucht erstmals zu den Menschen nach Indien gebracht. Als Strafe wollte Ravana Hanuman auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Der kluge Affe konnte jedoch entkommen und trägt seither die schwarz verbrannten Hände und ein schwarzes Gesicht.

Die Hulman- bzw. Hanuman-Languren zählen als heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten Indiens. Viele Hanuman-Languren haben sich als Kulturfolger an die Nähe des Menschen gewöhnt. Die reinen Pflanzenfresser kommen somit in der Nähe menschlicher Siedlungen vor. Den Hauptbestandteil ihrer Nahrung machen Blätter aus, daneben nehmen sie auch Früchte, Blüten und Samen zu sich.
Ihr Magen weist eine bemerkenswerte Besonderheit auf: Er ist in vier Kammern unterteilt, um die schwerverdauliche Zellulose zersetzen zu können und ähnelt somit dem der Wiederkäuer.
Die Hulman-Gruppe im Zoo Heidelberg lebt im „Kleinen Affenhaus“. Dort können Besucher außerdem Goldgelbe Löwenäffchen und eine Gruppe Roloway-Meerkatzen beobachten.

Quelle: PM Zoo Heidelberg