Nachwuchs bei den Hanuman-Languren im Zoo Heidelberg

Foto: Anke Jakob, Tierpflegerin im Affenrevier, Zoo Heidelberg

Das Warten hat sich gelohnt. Nach mehr als fünf Jahren kann sich der Zoo Heidelberg endlich wieder über Nachwuchs bei den Hanuman-Languren freuen. Die Hanuman-Languren, die auch als Hulmane bezeichnet werden, zählen als Kulturfolger und heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten auf dem indischen Subkontinent. Vielen Menschen sind die Hulmane von Bildern indischer Tempelanlagen geläufig, wo die dort als heilig verehrten Tiere oft in großen Gruppen anzutreffen sind. Das Kleine, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 28. Juli zur Welt und verbringt seitdem die meiste Zeit an Mamas Bauch gekuschelt. Von dort aus schaut es mit großen, neugieren Augen in die Welt. Mit seiner zart-rosa Haut, die nur von wenig Fell bedeckt ist, hat es noch nicht viel mit seinen erwachsenen Verwandten gemein: Die Langurenart imponiert dem Betrachter mit prächtigem silbrig-grauen Fell und einem dunklen Gesicht, umrandet von einem weißen Haarkranz. Für das Affenweibchen ist es zwar der erste Nachwuchs, aber die neue Mutterrolle bereitet ihr keine Schwierigkeiten: Liebevoll umsorgt sie ihr Neugeborenes, und auch die anderen Weibchen der Gruppe kümmern sich, wie bei diesen Schlankaffen üblich, mit um die Aufzucht des Jungtiers. Dieser schöne Zuchterfolg erfreut den Zoo umso mehr, da Vater Hector erst im Dezember 2011 in den Zoo Heidelberg einzog. Der hübsche Hector, der vorher im Zoo Ostrava (Tschechien) lebte, wurde zudem nicht gerade mit offenen Armen empfangen: Die vier Weibchen und zwei kastrierten Männchen taten sich anfangs schwer mit dem Neuzugang. Nur zögerlich akzeptierten sie ihn als neuen Haremschef. Bedenkt man allerdings die durchschnittliche Tragezeit bei Hulmanen, die zwischen 190 und 200 Tagen liegt, muss Hectors sanfter Charme die betreffende Dame doch recht schnell überzeugt haben. Das Ergebnis dieser Liaison können die Zoobesucher nun im kleinen Affenhaus bewundern, auch wenn die Mutter sich noch öfter mit ihrem Nachwuchs zurückzieht. Die Hanuman-Languren ernähren sich ausschließlich vegetarisch, Beeren, Blätter und Samen stehen auf dem Speiseplan. Ihr Magen weist eine einzigartige Besonderheit auf. Er ist in vier Kammern unterteilt, um die schwerverdauliche Zellulose zersetzen zu können und ähnelt deshalb dem Magen der Wiederkäuer.

Quelle: PM Zoo Heidelberg