Nachwuchs bei den Königspinguinen im Zoo Zürich

Königspinguinnachwuchs im Zoo Zürich – Foto: Zoo Zürich 2013

ROYALER NACHWUCHS UND SCHWARZ-WEISSE NEWCOMER

Eine erfolgreiche Brut bei den Königspinguinen

Königspinguine werden, zusammen mit den Kaiserpinguinen, zu den Großpinguinen gezählt. Ihre Verbreitung umfasst sieben subantarktische Inseln. Mit einer Körperlänge von fast einem Meter und einem Gewicht von rund 15 Kilogramm sind sie die zweitgrösste Pinguinart. Ihre Bestände werden auf über zwei Millionen Tiere geschätzt.

Ein Leben im Extrem
Königspinguine besitzen ein dichtes Federkleid und lagern vor dem Brutgeschäft und vor der Mauser beträchtliche Mengen an Fett an (Isolation, Nahrungsreserve). Diese Reserven fressen sie sich während ihren ausgedehnten, monatelangen Nahrungsausflügen an. Königspinguine nehmen dabei täglich gegen zwei Kilogramm Nahrung zu sich, meist in Form von Fischen und Tintenfischen. Ihre Jagdgründe liegen oft Hunderte von Kilometern von den Brutplätzen entfernt. Dank ihrem stromlinienförmigen Körper bewegen sich Königspinguine mit durchschnittlich 10 km/h durchs Wasser. Täglich legen sie gegen 50 Kilometer zurück, wobei auch schon Tagesstrecken von fast 200 Kilometer registriert wurden. Rund um die Uhr wechseln sich ruhige Phasen mit intensiven, stundenlangen Tauchphasen ab, während deren die Pinguine jeweils fünf Minuten tauchen und eine Minute an der Oberfläche Luft schöpfen. Die Tauchgänge können aber auch bis zu 350 Meter tief gehen und knapp zehn Minuten dauern! Junge Königspinguine sind fast permanent im Meer unterwegs. Nur zweimal müssen sie zwingend an Land: zur Mauser – und später zur Brut. Neue Daten dazu konnten Mitarbeiter des Antarctic Research Trust mittels besenderten Jungtieren generieren. Dieses Forschungsprojekt, welches auch langfristig zum Schutz der Pinguine beitragen soll, wurde vom Zoo Zürich mitfinanziert.

Mit einem ‚Kampfgewicht‘ von 15 bis 20 Kilogramm treten die Vögel zum Brutgeschäft an.
Die Weibchen wählen ihren Brutpartner aus, wobei die intensiv goldgelb gefärbten Ohr- und Kehlflecken für die Qualität des Partners stehen. Königspinguine brüten in riesigen, bis mehrere 100’000 Vögel umfassenden Kolonien, im kargen Grasland und in steinig ödem Gelände.
In großpinguin-typischer Weise wird kein Nest gebaut, sondern das Ei (ca. 300 Gramm, 10 Zentimeter lang) wird auf den Fussrücken und unter der Bauchfalte erbrütet. Schon wenige Stunden nach der Eiablage rollt das Ei von den Füssen des Weibchens und wird vom Partner übernommen. Das Weibchen geht zur Futtersuche ins Meer, kehrt meist erst nach ein paar Wochen zurück und löst das brütende Männchen ab. Danach wechseln sich die Partner regelmässig ab. Verblüffend ist, dass männliche Königspinguine ihren Mageninhalt fast unverdaut bis zu drei Wochen speichern können. Dies ermöglicht es dem Weibchen, auch etwas längere Nahrungsausflüge zu machen. Über laute Rufe erkennen und finden sich die Partner über grosse Distanz. Nach rund 55 Bebrütungstagen schlüpft das grau-braun befiederte Küken. Dank der nährstoffreichen ‚Fischsuppe’ der Eltern wächst es so schnell, dass schon bald nur noch sein Kopf Platz unter der elterlichen Bauchfalte findet. Während die Eltern in der Folge auf Fischfang gehen, finden sich die Jungtiere in eigentlichen ‚Kindergärten‘ zusammen. Auf diese Weise verbringen sie auch den antarktischen Winter, während dem sie nur noch selten gefüttert werden. Für Pinguinküken ist es überlebenswichtig, möglichst mollig in die Winterzeit steigen zu können. Im folgenden Frühsommer, nach rund 14 Monaten, ist das Brutgeschäft abgeschlossen.

Nachwuchs im Königshaus – es ist – ein Küken
Die Zucht der Königspinguine verläuft in Europa zäh. Ursache dafür ist oft ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis. Von den 18 Institutionen, welche Königspinguine halten, züchten nur eine Handvoll regelmäßig nach. Darunter sind glücklicherweise auch die Zoos von Basel und Zürich. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes EEP wird nun versucht, die Jungtiere möglichst sinnvoll innerhalb der züchtenden Institutionen zu verteilen. Derzeit besteht unsere kleine Kolonie aus 16 adulten Tieren, zwei Jungvögeln vom letzten Jahr und einem Küken von dieser Saison. Letzteres ist am 24.8.2013 geschlüpft. Sein Geschlecht wird später mittels genetischer Untersuchung festgestellt. Wie in der letzten Saison wurden auch diesmal sieben Eier gelegt. Ein Ei war defekt, vier waren unbefruchtet und ein Ei liegt derzeit noch im Brutkasten. Die erstgelegten Eier sorgen in der Gruppe stets für helle Aufregung. Übermässiges Interesse jedoch kann dazu führen, dass Eier verloren gehen, geklaut oder beschädigt werden. Deshalb lassen Revierchef Urs Romer und seine Mitarbeitenden nur die Eier von routinierten Paaren in der Anlage, die anderen Eier werden gegen Gipseier ausgetauscht. Erst nachdem sich die Gruppe beruhigt hat, können die echten Eier sukzessive den brütenden Paaren unterlegt werden. Die beiden Jungtiere der letzten Brutsaison wurden erst vor einer Woche, nach einer dreimonatigen Entwöhnungsphase, wieder in die Gruppe integriert. Zum einen wurden sie separiert, um durch ihr ständiges Futterbetteln nicht zusätzliche Verwirrung in der Brutkolonie zu stiften. Zum andern lernten sie in dieser Zeit, die Fütterung durch die Tierpflegenden zu akzeptieren.

Eine neue Tierart hält Einzug im Pantanal
Der Schwarzhalsschwan ist, neben dem Koskorobaschwan, eine der beiden Schwanarten Südamerikas. Seine Verbreitung umfasst den südlichen Teil des Kontinentes. Die Brutgebiete bilden hauptsächlich grosse Flachwasserseen am Fusse der Andenketten im Süden Chiles und Argentiniens. Nach der Fortpflanzungssaison bilden sich grosse Mauserschwärme in küstennahen, ruhigen Gewässern. Zur Überwinterung ziehen viele Populationen nordwärts und erreichen Uruguay, Paraguay und Brasilien. Der Bestand der Schwarzhalsschwäne wird auf rund 100‘000 Vögel geschätzt, wovon etwa 2500 auf den Falklandinseln leben.
In europäischen Zoos werden gut 150 Schwarzhalsschwäne gehalten. Sie gelten als friedlich und sind winterhart. Unsere beiden Vögel stammen aus dem Weltvogelpark Walsrode und besiedeln seit anfangs August die Gewässer um die Affeninseln der Pantanal-Anlage. Mittlerweilen haben sie ich an die Primaten (Gelbbrustkapuziner, Totenkopfäffchen, Menschen) gewöhnt und patrouillieren gemächlich und selbstbewusst durchs Wasser. Am besten lässt sich diese attraktive Schwanart vom Polizeiposten aus beobachten!

Quelle: PM Zoo Zürich