Nachwuchs bei den Piranhas im Haus des Meeres

Baby-Piranhas - Foto: Haus des Meeres

Baby-Piranhas – Foto: Haus des Meeres

Seltener Zuchterfolg: Piranhas im Haus des Meeres

Piranhas gelten trotz zahlreicher aufklärender Fernsehdokumentationen und sachlicher Informationsarbeit fälschlicherweise immer noch als brutale Killerfische. Daher ist es für viele Leute verwunderlich und überraschend, dass sie im Gegensatz zu ihrem Ruf aufopfernde und liebevolle Eltern sind, die zur Brutzeit Bereiche von Wasserpflanzen befreien und damit Laichstellen für ihren Nachwuchs anlegen. Die Gelege selbst, die schon mal ein paar tausend Eier umfassen können, werden dann vom Vater bis zum Schlupf vehement verteidigt.

Nachzuchten bei Piranhas sind eher selten. Im Haus des Meeres in der österreichischen Landeshauptstadt Wien ist das Brutpflegeverhalten der Piranhas des Öfteren, auch von mehreren Paaren gleichzeitig,  zu beobachten. Beim letzten Ablaichen gelang es uns schließlich, einige Eier aus einem kaum zu erkennenden Gelege abzusaugen und zu erbrüten. Mittlerweile sind die Jungfische bereits richtige Halbstarke, knapp 2cm lang und sehen schon wie kleine Piranhas aus – und sie benehmen sich ihren Artgenossen gegenüber auch ein wenig ruppig! Da wird schon mal hin gebissen oder der Unterlegene gejagt.

Mehr Infos zum Piranha: TIERLEXIKON

Piranhas erfüllen im Ökosystem eines südamerikanischen Flusses die Funktion eines Raubfisches, der sich von anderen, hauptsächlich kranken und geschwächten Tieren, in erster Linie Fischen, ernährt. Vermutlich gibt es wohl kaum ängstlichere Fische als Piranhas. Unsere Pfleger müssen beim Scheiben reinigen sogar regelmäßig aufpassen, dass sie sich dabei nicht zu schnell bewegen, die Tiere nicht in Panik geraten und sich bei einem unkontrollierten Davonschwimmen nicht den Kopf stoßen.  Von Aggressionsverhalten oder Attacken auf Finger oder Hände kann absolut keine Rede sein.

Nichtsdestotrotz sind Piranhas aber Raubfische, die mit einem scharfen Gebiss ausgestattet sind und auch untereinander einen sehr rauen Umgangston pflegen, bei dem schon mal Bisswunden oder Flossenverletzungen vorkommen können. Das einzige, was Jung und Alt unterscheidet ist, dass der Nachwuchs sehr wohl auf die Finger zu schwimmt. Allerdings nicht um zu beißen, sondern um daraus Futter zu entnehmen. Piranhas, die Futter aus der Hand nehmen – klingt das nicht verrückt?

Einige von unseren Nachwuchspiranhas können jetzt gerade – rechtzeitig zu Ferienbeginn – in einem Einhängeaquarium im eigentlichen Piranha-Aquarium im 2. Stock beobachtet werden. Ob deren Eltern wohl ab und zu stolz zu ihrem Nachwuchs hineinblicken? Oder voll Neid, weil sie den Großen die Show stehlen? Machen Sie sich selbst ein Urteil…

Quelle: PM Haus des Meeres