Nachwuchs bei den Reisfinken im Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

Nach einer Pause von 55 Jahren zogen 2016 wieder zwei Reisfinken-Paare in das Vogelhaus im Zoo Basel ein. Erst blieb der erhoffte Nachwuchs aus. Die angebotenen Nisthilfen wollten die eigenwilligen Vögel partout nicht benutzen. Doch dann brüteten sie doch noch, wenn auch an einem ganz anderen Ort als erwartet.

Die Reisfinken im Zoo Basel bewohnen ihre grosszügige Innen- und Aussenvoliere zusammen mit den Beos und Balistaren. Als die Finken einzogen, schienen sich die drei Arten sehr gut zu verstehen. Als es aber ums Auswählen einer geeigneten Nistmöglichkeit ging, verweigerten die Finken das Angebot. Zwar fanden sie die Nisthilfen, die der Tierpfleger in die Voliere hängte, durchaus interessant und sie inspizierten sie eingehend. Aber die Nähe der Beos und auch die neugierigen Balistare, die es nicht lassen konnten, in jede Kiste zu klettern, hinderte die kleineren Finken daran, sich dort ein Nest zu bauen.

Überraschung im Baumstamm
Die Hoffnung auf Nachwuchs schwand, als die Tierpfleger letztes Jahr die Altvögel dabei beobachteten, wie sie sich durch einen winzigen Spalt eines Baumstamms quetschten und im Inneren verschwanden. Als dann aber ein leises Piepsen zu hören war, war die Freude gross. Noch grösser aber waren die Bedenken: Wie sollten die jungen Vögel jemals aus dem tiefen Baumstamm kommen? Wäre es möglich, den Stamm zu öffnen ohne die Vögel dabei zu verletzen und den Jungtieren so den Ausflug zu erleichtern? Doch bevor der Gedanke in die Tat umgesetzt werden konnte, sassen fünf Junge im schönsten Gefieder auf den Sitzästen vor dem Baumstamm und liessen sich von den Eltern füttern. Wie die Jungen es aus dem Stamm geschafft haben, hat niemand gesehen. Offensichtlich fühlten sich die Vögel mit diesem Arrangement wohl, denn dieses Jahr schlüpften im Januar erst sechs und im März acht Jungvögel. Manchmal hilft es einfach, der Natur ihren Lauf zu lassen.

Prächtige Finken
Reisfinken wurden bereits von 1945 bis in die 60er Jahre im Zoo Basel gehalten, jedoch nur mit mässigem Erfolg gezüchtet. Reisfinken gehören zu der Familie der Prachtfinken (Estrilididae). Wie der Name vermuten lässt, haben die meisten Vögel dieser Familie ein schönes, prächtiges Gefieder. Die bekanntesten unter ihnen sind die Gouldamadinen, die ebenfalls im Vogelhaus zu Hause sind. Reisfinken sind unauffälliger, besitzen aber ebenfalls eine sehr interessante Zeichnung. Ihr Rücken ist grau, der Kopf schwarz, die Wangen von weissen Federn geschmückt und das Auge umrahmt ein roter Ring. Der Schnabel ist dick, rötlich und spitz auslaufend.

Reisfinken sind Samenfresser und sie sind auf das Fressen von Reis und Getreide spezialisiert. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Inseln Java und Bali in Südostasien. Da sie gerne in grossen Schwärmen in Reisfeldern einfallen, wurden sie stark bejagt. Laut der roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN red list) gelten Reisfinken auf Java und Bali als vom Aussterben bedroht. Da sie aber in vielen anderen Ländern ausgesetzt wurden, ist ihr Bestand weltweit nicht gefährdet.

Quelle: PM Zoo Basel

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